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Wachstum, neue Wohlstandsmodelle und Experimentierkultur
Ein Rauchverbot, wie es sich in Deutschland durchgesetzt hat, wäre vor wenigen Jahren mehrheitlich als Gängelung empfunden worden. Mittlerweile regt sich kaum noch jemand darüber auf. Für Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts, ist das Rauchverbot ein Beispiel demokratisch legitimierter Selbstbeschränkung. Ein interessantes Modell, das man auch in anderen Politikfeldern anwenden sollte.
Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Institutes, ist ein Verfechter der Experimentierkultur, wie sie im technologischen Bereich längst Realität ist. Warum, so fragt er, sollte man nicht auch in der Sozial- und Umweltpolitik entsprechend vorgehen? Ausdrücklich empfiehlt er regional begrenzte Tests, um Erfahrungen zu sammeln: beispielsweise mit Formen des bedingungslosen Grundeinkommens.
Das Thema Dematerialisierung sieht Schneidewind mehrdimensional. Die technische Seite gehört für ihn ebenso dazu wie die Suche nach neuen Zivilisations- und Wohlstandsmodellen. Technik alleine hält er nicht für geeignet, die Effizienzrevolution soweit fortzutreiben, dass die Reduktion von Klimagasen, wie sie das Intergovernmental Panel on Climate Change fordert, gelingen könnte. Auch in diesem Punkt steht Schneidewind dem Konzept einer Postwachstumsökonomie nahe.



