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Seerecht und marine Ressourcen

The Tragedy of the Commons – so lautet der Titel eines Aufsatzes des Ökologen Garrett Hardin aus dem Jahr 1968. Es ist der meistzitierte Artikel des renommierten Wissenschaftsjournals Science Magazine und beschreibt die Folgen eines „freien“, besser gesagt: ungeregelten Zugangs zu natürlichen Ressourcen. In den Ozeanen der Welt ist das Thema von besonderer Bedeutung. Rund die Hälfte der Menschheit ist in ihrer Versorgung mit Eiweiß auf die Fischerei angewiesen. Die Offshore-Förderung von Öl und Gas spielt eine zunehmende Rolle. Der nächste Schritt ist die Gewinnung von mineralischen Ressourcen aus dem Meer. Welche juristischen Regeln liegen vor? Wie steht es mit der Umsetzung? Und welche Lösungsmöglichkeiten zeichnen sich ab?

Die Ansprüche an marine Ressourcen finden eine Entsprechung im Seerecht, wie es über Jahrhunderte entstanden ist. Es schließt unterschiedliche juristische Ordnungsprinzipien ein. Erstens, das Regime der Nationalstaaten und deren Zugriff auf Küstengewässer und Festlandsockel. Ein Thema, das in der Arktis derzeit von großen Interesse ist. Dort wird ein Drittel aller förderbaren Erdöl- und Gasvorkommen vermutet. Zweitens, die Fischerei auf Hoher See folgt dem Prinzip: first come, first serve. Das gilt interessanterweise nur in der Wassersäule. Auf dem Tiefseeboden nämlich herrscht ein Regime, das nach den Grundsätzen eines Weltgemeinschaftsguts organisiert ist. Die zuständige UN-Behörde vergibt Explorations- und Förderlizenzen (z.B. für erzhaltige Manganknollen) dergestalt, dass die Interessen von Entwicklungsländern berücksichtigt werden.

Einzelheiten im Interview mit Prof. Dr. Alexander Proelß von der Universität Trier.