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Elektronikschrott ist eine Bonanza

© Umicore

Eine südafrikanische Goldmine fördert Erz mit einem üblichen Gehalt von fünf Gramm Gold pro Tonne. Dagegen sind in einer Tonne Leiterplatten aus Computern zwischen 200 und 250 Gramm enthalten. Also ein richtig reiches Material. Bei den aktuellen Höchstpreisen für Edelmetalle wird die Wiedergewinnung auch ökonomisch immer wichtiger.

Das Recycling von seltenen und Edelmetallen ist aber ebenso Hightech wie die Herstellung der entsprechenden Güter, Handys oder Laptops. Das ist die Meinung von Christian Hagelüken von Umicore Precious Metals Refining. Das Unternehmen betreibt im Hafen von Antwerpen eine moderne Anlage zur Rückgewinnung von Gold, Silber, Palladium und anderen Metallen. Die Ausbeute ist sehr hoch. In der Regel werden 95 Prozent des Metalls aus Elektronikschrott zurückgewonnen.

Hagelüken kritisiert im Interview , dass ein großer Teil von Metallen aus Computern oder Autos endgültig verloren gehen. In Europa funktioniert die Recyclingwirtschaft zwar vergleichsweise gut, bei Konsumgütern sind die Verluste aber sehr hoch. Illegale Exporte spielen dabei eine große Rolle. Der Standardtrick ist, Schrottexporte als Altgeräte zu deklarieren. In den Importländern besteht aber nur eine marginale Recycling-Infrastruktur. Die Behandlung der Abfallströme in China und Indien zum Beispiel ist für Mensch und Umwelt katastrophal, die Effizienz miserabel.

Der permanente Verlust von Rohstoffen ist ein entscheidender Grund dafür, dass die Preise im Metallbereich weiter steigen werden. Somit werden aber auch Anreize gesetzt, nicht nur im industriellen Bereich, sondern auch bei den Konsumgütern zu geschlossenen Stopffkreisläufen zu kommen. In Zeiten der Globalisierung kann dies langfristig nur weltweit geschehen. Auch darüber denkt man im Recyclinggewerbe nach.