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Postwachstumsökonomie
Niko Paech, Wirtschafts-Professor an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, kritisiert scharf die Dematerialisierung und nennt sie eine technologisch unterfütterte Ersatzreligion. Gleich, ob man es Entkoppelung oder Green New Deal nennt, die Strategie führt seiner Ansicht nach nicht zu einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise. Das Zwei-Grad-Ziel im Klimabereich hält er unter dem Vorzeichen der Dematerialisierung für nicht erreichbar. Niko Paech plädiert vielmehr für eine Postwachstumsökonomie.
Zunehmende Engpässe in der Ressourcenversorgung setzen nach Paech die langen und verzeigten Versorgungsketten einer globalisierten Ökonomie unter Stress. Peak oil oder sogar peak everything, eine Verknappung und Verteuerung zum Beispiel von High tech-Metallen, könnten zum Zerbrechen der so genannten Fremdversorgung führen. Dagegen setzt Paech eine Ökonomie mit ausgeprägtem Subsistenz-Sektor und regionale Ökonomie.
Bereits heute sei es wichtig, entsprechende Versuche und „Übungen“ zu unternehmen. Paech verweist beispielsweise auf Gemeinschaftsgärten in den USA. Eine Postwachstumsökonomie, wie sie ihm vorschwebt, würde zu einer deutlichen Verkleinerung des industriellen Sektors führen. Entsprechend würde der Einzelne nur noch etwa halb so viel Zeit mit Erwerbsarbeit zubringen wie heute.
In der Kommunikation seiner Thesen ist Niko Paech die eigene Praxis, der persönliche Lebensstil äußerst wichtig. Man könne nicht Wasser predigen und Wein trinken, sagt er.
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