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Werden die Rohstoffe für Deutschland knapp?

Diese Frage beantwortet umfassend die Anfang 2007 von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung und dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung im Auftrag des BMWI erstellte 350-seitige Studie Trends der Angebots- und Nachfragesituation bei mineralischen Rohstoffen.

Die Studie gibt eine Einschätzung der langfristigen Versorgung mit den für die deutsche Wirtschaft besonders wichtigen mineralischen Rohstoffen. Energierohstoffe wie Öl, Gas und Kohle sind nicht Thema der Studie. Sie betrachtet einen Zeithorizont bis 2025. Insgesamt ist das umfangreiche Werk eine Fundgrube für Informationen über mineralische Rohstoffe von Aluminium bis Zink, über Angebots- und Nachfrageentwicklungen, Abschätzungen zum technischen Wandel und den derzeitigen Einfluss Chinas auf die Rohstoffsituation. Darüber hinaus wird ein Frühwarnsystem entwickelt, um Knappheiten potenziell für die deutsche Wirtschaft kritischer Ressourcen rechtzeitig zu erkennen.

Die zentrale Aussage der Studie: Die Rohstoffe werden nicht knapp, auch die Preise sind in den letzten 100 Jahren nicht langanhaltend gestiegen. Was zunächst wie ein Märchen anmutet wird nachvollziehbar, wenn die zwar nominell steigenden Preise um die Geldentwertung bereinigt und mit dem Lohnniveau in Beziehung gebracht werden: Rohstoffe waren - in realen Preisen gerechnet – noch nie so billig wie heute.  

Weitere wesentliche Ergebnisse

1. Hauptantrieb für die etwa seit 2003 zu beobachtende Preishausse ist die starke und ansteigende Nachfrage aus China. Sie trifft zusammen mit einem zyklischen Tief bei den Investitionen in Exploration und Gewinnung von Rohstoffen. Werden durch die derzeit hohen Preise erst die Produktionskapazitäten ausgeweitet, so wird auch der Preis tendenziell eher wieder sinken.

2. Indien als zweites Land mit einer Milliardenbevölkerung ist auf den Rohstoffmärkten noch nicht relevant. Seine Nachfrage ist trotz des hohen Wachstums bei Wirtschaft und Bevölkerung noch lange nicht so hoch wie das in den USA oder China. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis auch in Indien eine stark ansteigende Rohstoffnachfrage beobachtet werden kann.

3. Die Nachfrage nach Kupfer, Eisen und anderen mineralischen Rohstoffen wird in Zukunft mit „sehr großer Wahrscheinlichkeit“ (Zitat) eher weiter zunehmen als abnehmen.

4. Die aktuell hohen Preise gehen nicht auf eine Angebotskrise in Folge zurückgehender Reserven (bekannte, mit heutiger Technik wirtschaftlich abbaubare Rohstoffe) oder Ressourcen (mit zukünftiger Technik unabhängig von der Wirtschaftlichkeit vermutlich abbaubare vorhandene Vorkommen) zurück. Es handelt sich vielmehr um eine temporäre Angebotsverknappung infolge des zyklischen Investitionsverhaltens bei Exploration und Rohstoffgewinnung.

5. Ein starkes Wachstum der Nachfrage nach Rohstoffen ist historisch nicht neu und dürfte sich in Zukunft auch wiederholen.