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Vandana Shiva: Wachstum stiehlt das Brot der Armen

© World Future Council

Vandana Shiva ist eine indische Umweltschützerin, Globalisierungskritikerin und Trägerin des alternativen Nobelpreises. Sie leitet die von ihr gegründete Research Foundation for Science, Technology and Ecology in Neu-Delhi und streitet für Biodiversität.

Das gegenwärtige Modell der Globalisierung bedeutet in ihrer Sprache: Globalisierung von Gewalt, Nichtnachhaltigkeit, wirtschaftlicher Ungleichheit und sozialer Ungerechtigkeit. Die Regeln der WTO, der Weltbank und des IWF sind heute von einer Art, dass sie die wirtschaftlichen und ökologischen Lasten der Armen vergrößern. Dieses Globalisierungmodell, das auf dereguliertem Handel ohne korrespondierende Ordnungspolitik basiert, führt nach ihrer Sicht in allen Gesellschaften zu wirtschaftlicher Unsicherheit und schafft so eine Kultur der Angst, die neue soziale Ausgrenzung, Intoleranz und religiösen Fundamentalismus schürt.

Ökonomisches Wachstum unter gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sieht sie äußerst kritisch. Mit Aristoteles unterscheidet sie zwischen Chrematistik, der Kunst des Gelderwerbs, und Oikonomia, der Erhaltung des Lebens. Ein Wirtschaftswachstum von jährlich 9 Prozent in ihrem Heimatland Indien hilft nach Vandana Shiva weder der Natur, noch der breiten Bevölkerung. Im Gegenteil: Boden, Biodiversität, Nahrung oder Wasser – sämtliche natürlichen Lebensgrundlagen sind in Gefahr und die soziale Spaltung nimmt zu.

Wir dokumentieren Ausschnitte einer Rede von Vandana Shiva, gehalten in Berlin am 20.05.2011.

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