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Bernd Meyer et al. - Ressourcenproduktivität für Arbeitsplätze und Gewinne - ein Konjunkturprogramm
Für manche Unternehmen, Dienstleister und Behörden ist Ressourcensparen ein Programm. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe bringen Energie- und Materialeinsparungen bares Geld. Jedoch – die Dematerialisierungspotentiale sind nicht erschlossen.
Die Aachener Stiftung hat die Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS), IW Consult der deutschen Wirtschaft, und die Prognos AG in Zusammenarbeit mit Arthur D. Little beauftragt, dieser Frage nachzugehen: Was würde geschehen, wenn Unternehmen verstärkt in Ressourcenproduktivität investierten? Konkret: Wenn durch einen intelligenteren Umgang mit Energie und Material die innerbetrieblichen Kosten hierfür bis 2015 um 20 % gesenkt würden?
Es gibt Gewinner und Verlierer, sagt Bernd Meyer, Geschäftsführer der GWS. Das verarbeitende Gewerbe könnte seine Kosten erheblich senken. Lieferanten von Material und Energie dagegen hätten Umsatz-, Gewinn- und Beschäftigungseinbußen. Die Effekte auf die Volkswirtschaft insgesamt wären noch mal deutlich komplizierter.
Deshalb lässt sich die Frage nach den Wirkungen der Dematerialisierung auf die Wirtschaft als Ganze nur mit einem Experiment beantworten, mit einem Computermodell, das die deutsche Volkswirtschaft in allen wesentlichen Aspekten abbildet.
Die GWS hat mit einem leistungsfähigen Modell, INFORGE, drei Szenarien für eine erhöhte Dematerialisierung gerechnet. Die Ergebnisse:
Eine Reduktion der Material- und Energiekosten um 20 % bis zum Jahr 2015 erhöht das reale Bruttoinlandprodukt um ca. 10 %. Produktivität und Wohlstand nehmen in jedem Fall zu.
Die Wirkung auf die Beschäftigung, ob also mehr oder weniger Arbeitsplätze entstehen, hängt stark davon ab, wie die Löhne sich entwickeln. Folgt der Lohnzuwachs der nun deutlich erhöhten Produktivität im üblichen Rahmen, gehen rund 480 000 Arbeitsplätze verloren. Steigen die Löhne dagegen moderat, in dem Maße, wie sie auch ohne zusätzliche Dematerialisierung zulegen würden, ergibt sich ein ganz anderes Bild: ein Plus von 760 000 Arbeitsplätzen.
Die Auswirkungen auf den Staat. Per Saldo sind die Effekte der Dematerialisierung für die Öffentliche Hand in jedem Fall positiv. Auch hier hängt viel von der Lohnentwicklung ab. Im Szenario mit hoher Beschäftigung ergibt sich gar ein Plus für den Staat von 21 Mrd. €.



