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Knallharte Dematerialisierung. Jetzt!
Weil die Energiepreise steigen
Zur dringend notwendigen Dematerialisierung resümierte Meadows im April 2006 auf der
Tagung des BMU zur Entwicklung einer Ressourcenstrategie für Deutschland.
Nicht Ressourcenknappheit in erster Linie (abgesehen vom Erdöl) zwingt uns zur Auseinandersetzung mit der Art unseres Umgangs mit Ressourcen. Die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und die Nutzungseffizienz sind zwingend zur Verringerung der Umweltbelastung und Vermeidung von internationalen Konflikten, verursacht durch wenige Länder, die einen monopolartigen Zugang zu einfach gewinnbaren und somit billigen Rohstoffen haben. Eine deutliche Reduzierung des Ressourcenverbrauchs verlangt neue innovative Technologien, auch wenn die breite Verwendung von best available practise sich bereits positiv auswirkte.
Technik allein ist jedoch nicht genug. Das Wichtigste sind entsprechende drastische Veränderungen auf der Ebene der Gesetzgebung, der Investitionspolitik, des Finanz- und Bildungswesens. Das sind die essentiellen Vorraussetzungen für eine erfolgreiche Dematerialisierungsstrategie. Ihre Umsetzung braucht Mut und Zeit, ist jedoch unumgänglich.
Das Land, das bis obige Maßnahmen beschlossen sind und greifen, drastisch verbesserte Technologien und innovative Anreize zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs zuerst entwickelt und einsetzt, wird enorme Wettbewerbsvorteile haben:
- Reduzierung der Importausgaben
- Erschließung neuer Exportmärkte
(für Produkte, Maschinen und intelligente Innovationen)
- Arbeitsplätze im eigenen Land
Die Dematerialisierung gewinnt durch den Rückgang der Welterdölproduktion in diesem Jahrzehnt enorm an Bedeutung.
Derzeitige Kostenberechnungen der Rohstoffversorgung, der Materialkosten und der Verfügbarkeit von Substitutionen gehen nämlich, so Meadows, von einer falschen und irreführenden Voraussetzung aus. Sie unterstellen, dass wir Material und Produkte, die wir mit Produktionsmitteln aus der Ära der billigen Energie hergestellt haben, auch in Zeiten teurer Energie zu den heute vertrauten Preisen verkaufen können. Wenn dann die hohen Energiepreise in den nächsten zwei Jahrzehnten in der wirtschaftlichen Kette weiter gegeben worden sind, sich quasi „durchgepaust“ haben, wird sich das vertraute Preisgefüge gründlich ändern. Energieintensive Materialien, Produkte und lieb gewordene ressourcenabhängige Gewohnheiten werden sich überproportional verteuern. Daher werden die Länder, die dies zuerst erkannt haben und endlich entsprechend gehandelt haben die Gewinner sein. Die Länder jedoch, die mit der Umsetzung der Dematerialisierung warten, bis die genannten Probleme offensichtlich werden, werden die Verlierer sein. Diese Entwicklung wird in unvorstellbarem Ausmaß unser zukünftiges Leben bestimmen.



