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Steve Halls - Dematerialisierung in Japan
Japan ist auf Grund seiner schwachen Rohstoffbasis schon immer ein Land gewesen, dass Ressourcen möglichst effizient genutzt hat. Das Konzept der Dematerialisierung liegt in der Kultur des Landes schon bereit.
Große japanische Firmen, allen voran Sony, haben das Life Cycle Assessment perfektioniert; Dematerialisierung ist das zu Grunde liegende Prinzip.
Auch die Wirtschaftspolitik zeigt in diese Richtung; wenn es im Alltag auch manche Widersprüche und Anachronismen gibt.
Das sind einige Thesen aus dem Interview mit Steve Halls.
Steve Halls war Direktor des International Environmental Technology Centre (IETC). Er hat eng mit der japanischen Administration und mit Teilen der Wirtschaft zusammengearbeitet. Als damaliger Leiter des wichtigsten technik-orientierten Instituts der UNEP hat er tiefen Einblick in Dematerialisierungs-Bestrebungen Japans.
Das Institut
Das IETC in Japan gehört zur Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEP). Seine Hauptaufgabe besteht darin, umweltfreundliche Technologien zur Lösung von ökologischen Problemen in Städten zu fördern. Es geht um Abwasser, Luftverschmutzung und Abfall; ein Schwerpunkt des IETC liegt auf dem Management von Trinkwasser. Sein Aufgabengebiet sieht das IETC vor allem in Entwicklungsländern und Ländern mit beginnender Industrialisierung. Die Philosophie des Instituts formuliert Halls so: „Wir glauben, dass die Dynamik des technologischen Wandels nicht auf entwickelte Länder begrenzt ist und dass für Entwicklungsländer eine andere Technologie gebraucht wird... Technologie in ihrer neuen Rolle ist ein entscheidender Faktor auf dem Weg zur Nachhaltigkeit.“
Die Büros
Das IETC verfügt in Japan über zwei Büros.
Osaka Office
Das Gebäude in Osaka ist sowohl komfortabel und funktional, zugleich aber auch ein Ausstellungsraum für umweltfreundliche Technik. Es wird über ein dezentrales Kraftwerk versorgt, teilweise mit regenerativer Energie und Brennstoffzellen. Das Atrium wirkt wie eine natürliche Klimaanlage und nutzt traditionelle Methoden der japanischen Architektur. Die Büros sind halboffen; versorgt werden sie überwiegend mit Sonnenlicht, dazu kommt eine energiesparende Beleuchtungstechnik.
Shiga Office
Das Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nähe des Biwa Sees. Es werden alle natürlichen Ressourcen genutzt, damit in den Büros angenehme Temperaturen herrschen. Im Sommer wird die Außenluft durch eine Kühlkammer geleitet, die mit Regen- und Grundwasser versorgt wird. Im Winter wird Luft, die mit einem Solarsystem erwärmt wird, durch die Räume geführt.




