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Interview Stefan Bringezu: 1 Güterzug, 222x um die Erde

Das Ziel: Nachhaltige Ressourcennutzung

FRAGE: Wie bekommt man den stofflichen Austausch zwischen Mensch und Natur so geregelt, dass man den Planeten einigermaßen heil lässt? Ihr Ansatz zielt dabei auf die Europäische Union. Wie kann man diesen Raum überhaupt isolieren?

BRINGEZU: Es ist völlig richtig, dass die EU kein isoliertes System ist. Wir stellen vielmehr fest, dass die EU in steigendem Maße von Ressourcenimporten abhängt und über ihren Außenhandel verstärkt auf ökologische Kosten von anderen Regionen wirtschaftet. Das ist natürlich keine zukunftsfähige Entwicklung. Was wir brauchen ist eine Zielorientierung in Richtung auf eine Ressourcennutzung, die wegkommt von dem hohen Primärmaterialeinsatz, dem hohen Einsatz von Erzen, Baumineralien, auch der Übernutzung von Biomasse, sei es in degradierten landwirtschaftlichen Systemen, sei es in der Fischerei.

FRAGE: Können Sie den europäischen Verbrauch von nicht nachwachsenden Rohstoffen mit Zahlen belegen?

BRINGEZU: Wir haben in der alten EU, die aus 15 Mitgliedsstaaten bestand, einen Ressourcenverbrauch von ca. 50 Tonnen pro Kopf und Jahr an Primärmaterialien. Der überwiegende Teil besteht aus Mineralien, mehr als 80 % werden in Form von Erzen und Baumineralien der Umwelt entnommen. Und weil sie nicht nachwachsen, wird so an den Orten, wo sie gewonnen werden, die Erdoberfläche, werden die Landschaften verändert. Das geschieht innerhalb, in zunehmendem Maße aber auch außerhalb Europas. Wenn wir das Ganze langfristig auf eine nachhaltige Basis stellen wollen, dann heißt das, dass wir den Abbau dieser natürlicherweise nicht erneuerbaren Ressourcen deutlich reduzieren müssen, um 90 % und mehr in den kommenden 100 Jahren. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, sondern bedarf längerfristiger Anstrengungen.

BRINGEZU: Es ist völlig richtig, dass die EU kein isoliertes System ist. Wir stellen vielmehr fest, dass die EU in steigendem Maße von Ressourcenimporten abhängt und über ihren Außenhandel verstärkt auf ökologische Kosten von anderen Regionen wirtschaftet. Das ist natürlich keine zukunftsfähige Entwicklung. Was wir brauchen ist eine Zielorientierung in Richtung auf eine Ressourcennutzung, die wegkommt von dem hohen Primärmaterialeinsatz, dem hohen Einsatz von Erzen, Baumineralien, auch der Übernutzung von Biomasse, sei es in degradierten landwirtschaftlichen Systemen, sei es in der Fischerei.

FRAGE: Können Sie den europäischen Verbrauch von nicht nachwachsenden Rohstoffen mit Zahlen belegen?

BRINGEZU: Wir haben in der alten EU, die aus 15 Mitgliedsstaaten bestand, einen Ressourcenverbrauch von ca. 50 Tonnen pro Kopf und Jahr an Primärmaterialien. Der überwiegende Teil besteht aus Mineralien, mehr als 80 % werden in Form von Erzen und Baumineralien der Umwelt entnommen. Und weil sie nicht nachwachsen, wird so an den Orten, wo sie gewonnen werden, die Erdoberfläche, werden die Landschaften verändert. Das geschieht innerhalb, in zunehmendem Maße aber auch außerhalb Europas. Wenn wir das Ganze langfristig auf eine nachhaltige Basis stellen wollen, dann heißt das, dass wir den Abbau dieser natürlicherweise nicht erneuerbaren Ressourcen deutlich reduzieren müssen, um 90 % und mehr in den kommenden 100 Jahren. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, sondern bedarf längerfristiger Anstrengungen.

BRINGEZU: Es ist völlig richtig, dass die EU kein isoliertes System ist. Wir stellen vielmehr fest, dass die EU in steigendem Maße von Ressourcenimporten abhängt und über ihren Außenhandel verstärkt auf ökologische Kosten von anderen Regionen wirtschaftet. Das ist natürlich keine zukunftsfähige Entwicklung. Was wir brauchen ist eine Zielorientierung in Richtung auf eine Ressourcennutzung, die wegkommt von dem hohen Primärmaterialeinsatz, dem hohen Einsatz von Erzen, Baumineralien, auch der Übernutzung von Biomasse, sei es in degradierten landwirtschaftlichen Systemen, sei es in der Fischerei.

FRAGE: Können Sie den europäischen Verbrauch von nicht nachwachsenden Rohstoffen mit Zahlen belegen?

BRINGEZU: Wir haben in der alten EU, die aus 15 Mitgliedsstaaten bestand, einen Ressourcenverbrauch von ca. 50 Tonnen pro Kopf und Jahr an Primärmaterialien. Der überwiegende Teil besteht aus Mineralien, mehr als 80 % werden in Form von Erzen und Baumineralien der Umwelt entnommen. Und weil sie nicht nachwachsen, wird so an den Orten, wo sie gewonnen werden, die Erdoberfläche, werden die Landschaften verändert. Das geschieht innerhalb, in zunehmendem Maße aber auch außerhalb Europas. Wenn wir das Ganze langfristig auf eine nachhaltige Basis stellen wollen, dann heißt das, dass wir den Abbau dieser natürlicherweise nicht erneuerbaren Ressourcen deutlich reduzieren müssen, um 90 % und mehr in den kommenden 100 Jahren. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, sondern bedarf längerfristiger Anstrengungen.

Das organisierte Erbrechen

FRAGE: Sie beschreiben diesen Vorgang auch mit Metaphern aus der Medizin, die Dematerialisierung um 90 % ist danach eine Art Therapie.

BRINGEZU: Man kann diesen Vergleich mit der Medizin sogar noch weiter treiben. Die Magersucht beim Menschen trifft in gewisser Weise auch auf unser Wirtschaftssystem zu. Weil wir einen zu großen Umsatz haben – wir nehmen zu viele Rohstoffe auf –, spucken wir sie wieder aus, ohne sie effizient genutzt zu haben. Das ist letztlich ein ungesunder Zustand. Und es hätte auch keinen Sinn, jetzt mit Einzelmedikamenten in diesen Stoffwechsel einzugreifen, um ihn an bestimmten Stellen umzukrempeln, weil der gesamte Mensch sich ungesund ernährt. Genau so ist es mit unserer Wirtschaft. Wir brauchen eine Stärkung der Grundkonstitution der Ökonomie, indem wir sie effizienter machen, indem wir das übermäßige Hineinfressen an natürlichen Ressourcen, die nicht erneuerbar sind, reduzieren. Wir müssen diesen Stoffwechsel effizienter machen, in Produktion und Konsum, und auf diese Art und Weise zu einer langfristigen Gesundung beitragen.

FRAGE: Dematerialisieren heißt: den Durchsatz von Rohstoffen durch die Wirtschaft verringern. Was bedeutet das mit Blick auf die fossilen Energien?

BRINGEZU: Hier sagen wir nichts anderes als das, was die Klimaforscher seit längerem fordern: Wir müssen, um das Klimaproblem in den Griff zu bekommen, die Verbrennung von fossilen Energieträgern drastisch reduzieren.

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Die künftige Basis der Wirtschaft: Biomasse

FRAGE: Welche Rolle spielt die Biomasse mit Blick auf einen nachhaltigen Austausch zwischen Mensch und Natur?

BRINGEZU: Die Biomasse wird künftig die dominierende Stoffgrundlage für unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem sein. Aber nicht dadurch, dass wir verstärkt Biomasse nutzen und aus den Ökosystemen abschöpfen, sondern dadurch, dass wir die nicht nachwachsenden Rohstoffe in ihrem Verbrauch reduzieren. Für Europa gehen wir davon aus, dass die Menge der aus der Natur über Landwirtschaft und Forstwirtschaft abgeschöpften Biomasse auf Dauer aufrecht erhalten werden kann, auch wenn sich die Bewirtschaftungsformen deutlich ändern müssen.

FRAGE: Nämlich?

BRINGEZU: Indem auch die Landwirtschaft effizienter mit Stoffumsätzen verfährt, weniger Düngemittel ins Grundwasser ausgewaschen werden, die Hektarerträge sich in vernünftigem Umfang weiter erhöhen und insgesamt in einer natürlichen, Landschafts-angepassten Art und Weise produziert wird.

FRAGE: Wir haben jetzt in einer ersten Skizze diese Zielvorstellung markiert: Wie ein nachhaltiger Metabolismus aussehen könnte. Oder fehlt noch etwas Entscheidendes?

BRINGEZU: Ja, ein Punkt: Wir leben momentan in einer Phase des physischen Wachstums der Technosphäre. Pro Jahr und Kopf werden zusätzlich zehn Tonnen in der europäischen Union darauf verwendet, Häuser, Straßen, Flughäfen etc, zu bauen. Das ist ein längerfristiger Prozess, der sehr stetig ist, der auch nicht von heute auf morgen zu verändern ist, und der einher geht mit einer ständigen Ausdehnung der überbauten und versiegelten Fläche und damit eines Verlustes an fruchtbarem Boden und entsprechenden Ökosystemen, die ausgleichend auf menschliche Aktivitäten wirken.

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Langfristige Ziele, mittelfristige Ziele

FRAGE: Sie haben vorhin einen Zeitrahmen genannt: 100 Jahre für die Reduzierung des Durchsatzes von nicht erneuerbaren Stoffen, die eigentliche Dematerialisierung. Wenn wir jetzt das Gesamtprogramm anschauen, sind das die selben Dimensionen?

BRINGEZU: Ich denke, was die großen Ziele angeht, müssen wir von solchen langfristigen Dimensionen ausgehen. Notwendig ist aber auch, mittelfristige Ziele für die Politik zu formulieren. Weil die natürlich in anderen Zeitmaßstäben agiert, und weil wir ganz konkrete Handlungen brauchen, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten angegangen werden müssen, um diese längerfristigen Ziele überhaupt erreichen zu können.

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Was kann die Dematerialisierung?

FRAGE: Die Dematerialisierung spielt eine zentrale Rolle in dieser Zielvorstellung. Was kann sie? Was kann sie nicht?

BRINGEZU: Die Dematerialisierung ist eine wichtige Strategie, die auch von Bio Schmidt-Bleek damals in die Debatte eingebracht worden ist, und die ihre Bedeutung immer wieder neu erhält, sogar in steigendem Maße, je mehr wir sehen, wie stark wir vom Import der Rohstoffe, sei es Öl, Kupfer, Eisenerz etc., abhängig sind. Worauf es im Sinne der Dematerialisierung ankommt – so verstehe ich das – ist die Reduktion von Primärmaterialentnahme aus der Umwelt. Andere verstehen die Dematerialisierung in dem Sinne, dass wir alle Produkte, die wir im täglichen Leben verwenden, möglichst miniaturisieren, möglichst wenig Material einsetzen. Das ist aber gar nicht notwendig. Denn diese Produkte können ja auch auf rezyklierter Basis bereitgestellt werden. Das Entscheidende ist, dass wir unseren Primärrohstoffeinsatz reduzieren. Denn alles, was wir, bildlich gesprochen, vorne aus der Natur entnehmen und in unsere Wirtschaft hineinbringen, kommt hinten in Form von Abfall auch wieder heraus.

FRAGE: Wo liegen die Grenzen der Dematerialisierung?

BRINGEZU: Was die Dematerialisierung letztlich nicht kann ist, die Wirtschaft auf eine regenerative Ressourcenbasis zu stellen. Da bedarf es zusätzlicher Strategien: zum einen der technischen Regenerierung über das Reycling und zum anderen des relativ höheren Einsatzes nachwachsender Ressourcen.

FRAGE: Vorne weniger hineingeben, dann kommt hinten weniger raus. Das ist ja der Grundsatz der Dematerialisierung, weniger Kupfer, dadurch weniger Erdbewegungen usw. Das Recyclieren ist für Sie offensichtlich etwas anderes.

BRINGEZU: Die Strategien stehen nicht im Widerspruch zueinander, sondern sie ergänzen sich. Und es fehlt auch noch ein weiterer Aspekt: Dass wir bestimmte kritische Substanzen, die Gesundheits- oder Umwelt-schädlich sind, kontrollieren, teilweise eliminieren, ihren Verbrauch bzw. ihren Eintrag in die Umwelt oder auch in die menschliche Lebensumwelt durch entsprechende Grenzwerte reduzieren müssen. Diese Aufgabe bleibt bestehen.

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Ziele, Anreize, Informationen

FRAGE: Natürlich kommen wir mit der reinen Lehre und mit der Langfristbetrachtung nicht hin. Sie haben vorhin politische Schritte angesprochen, die konkrete politische Umsetzung. Nehmen wir einen kürzeren Zeitraum, sagen wir fünf Jahre. Was halten Sie da für wichtig?

BRINGEZU: Was kurzfristig gemacht werden kann, sind die nächsten Schritte in der Umsetzung der europäischen Strategie zur nachhaltigen Ressourcennutzung. Das wäre zum einen die Verständigung über konkrete Zielwerte im Hinblick auf den absoluten Ressourceneinsatz und auf die Erhöhung der Ressourcenproduktivität. Das wäre zum anderen die Weiterverfolgung von Materialeffizienzprogrammen, um Anreize zu schaffen und auch Unterstützung für Industrie und Verbraucher, um effizienter mit den Ressourcen umzugehen, Kosten zu sparen und dabei gleichzeitig die Umwelt zu entlasten. Wir brauchen insgesamt, neben einer Zielorientierung und entsprechenden Anreizen, auch ein drittes Standbein, nämlich verbesserte Information für die verschiedenen Akteure und zwar auf allen Ebenen. Wir brauchen die Informationen auf der europäischen, auf der nationalen Ebene, aber auch für die Akteure in der Industrie, in der Produktion, in Dienstleistungsunternehmen, auch in Haushalten – und zwar über die Potenziale, die jeweils genutzt werden können, um weniger Ressourcen einzusetzen, effizienter damit umzugehen und dabei gleichzeitig auch noch einen größeren Nutzen daraus zu ziehen.

FRAGE: Soweit erstmal die Ziele und mögliche Handlungsschritte. Wie sind denn die allgemeinen Trends bei den Stoffströmen in der Empirie?

BRINGEZU: Wir haben bezogen auf die Hauptressourcengruppen – fossile Energieträger, Biomasse, Metalle, Industriemineralien, Baumineralien – jeweils eigene Problemlagen, die sich entweder innerhalb der EU oder außerhalb manifestieren. Ingesamt kann man die Situation so beschreiben, dass die derzeitigen Nutzungsmuster nicht nachhaltig sind und nicht zukunftsfähig durchgehalten werden können.

FRAGE: Wie könnte ein Ressourcenmanagement dieser Stoffströme denn aussehen?

BRINGEZU: Zunächst einmal brauchen wir eine Debatte über die Richtung, wo wir überhaupt hinwollen. Wir haben derzeit auf EU-Ebene kein verbindliches Ziel für den Umfang, in dem wir natürliche Ressourcen nutzen wollen. Wir schlagen vor, dass wir entsprechende Ziele vereinbaren. Beispielsweise dergestalt, den gesamten Ressourcenaufwand in einem Zeitraum von 2010 bi 2030 um 25 % zu reduzieren. Das wäre möglich durch eine Verdoppelung der Ressourcenproduktivität im selben Zeitraum. Die Steigerung der Ressourcenproduktivität liegt derzeit bei 2 % jährlich. Eine Verdopplung auf 4 % könnte diese Verminderung um ein Viertel bewirken.

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Hohe Einsparpotentiale in der Industrie

FRAGE: Was müsste man tun, um die Verdoppelung in der Geschwindigkeit der Ressourcenproduktivität zu erreichen?

BRINGEZU: Im Bereich der verarbeitenden Industrie sind derzeit 40 % der Gesamtkosten auf Materialkosten zurück zu führen, die Personalkosten dagegen machen 25 % aus. Hier bestehen entsprechend hohe Einsparpotenziale, um auch ökonomisch Profit über Materialeinsparung zu generieren und dabei wettbewerbsfähiger zu werden. Als Nebeneffekt würde auch noch die Natur entlastet, weil weniger natürliche Ressourcen über diese Materialien in Anspruch genommen würden. Es gibt eine ganze Reihe von Beispielen, wie man Industriebetriebe, aber auch kleine und mittelgroße Betriebe unterstützen kann herauszufinden, wie man Energie, Wasser und Material einspart. (siehe Effizienz-Agentur NRW)

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Politische Instrumente

FRAGE: Was könnte für ein solches Programm auf nationaler wie auf EU-Ebene getan werden?

BRINGEZU: Zunächst einmal braucht man die Ziele und dann entsprechende Maßnahmen, um diese Ziele umzusetzen. Zu diesen Maßnahmen gehört unter anderem eine Revision bestehender finanzieller Instrumente, beispielsweise von Subventionen in Ressourcen-intensiven Bereichen, sei es im Bergbau oder anderswo. Auf diese Art und Weise könnten zugleich staatliche Gelder eingespart werden, um den notwendigen Strukturwandel in Richtung zukunftsfähiges Ressourcenmanagement weiter zu fördern. Es gibt auch Erfahrung, dass ökonomische Instrumente – wir kennen ja das Beispiel Ökosteuer, bezogen auf den Energieverbrauch – Wirkung gezeigt haben. Es gibt auch Länder wie z.B. Großbritannien, die eine Steuer auf die Extraktion von Baumineralien erhoben haben und die durchaus nennenswertes Einkommen für den Staat generiert haben; zugleich ist damit ein Anreiz geschaffen, im Bereich des Bauens weniger Primärressourcen einzusetzen und den Anfall von Bauabfällen zur verringern. Natürlich gibt es nicht nur diese harten Instrumente. Was ganz wichtig ist, dass wir auch die so genannten weichen Instrumente voran treiben, dass wir den Ingenieuren die Mittel an die Hand geben, das Know-how zu erlangen, wie man mit weniger Baumineralien Häuser bauen kann. Das ist eine ganz entscheidende Sache. Wir müssen unsere Lehrpläne entsprechend durchforsten und auf den neuesten Stand bringen. Das Thema Dematerialisierung ist weder für Ingenieure noch Bauingenieure noch für Architekten ein ständiger Bestandteil ihres normalen Lehrplans.

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Den absoluten Ressourcenverbrauch reduzieren

FRAGE: Wir haben das Ziel beschrieben. Sie haben Mittel und Wege aufgezeigt. Sie kennen die Realität. Was haben Sie für ein Gefühl? Sind wir auf dem richtigen Weg?

BRINGEZU: Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg. Unsere Zahlen zeigen zum einen, dass wir noch enorme Probleme haben, insbesondere durch die nachholende Entwicklung in Indien und China, wo ein enormer Ressourcenhunger herrscht, der uns dazu zwingt, auch in europäischen Ländern das Wohlstandsmodell etwas zu ändern. Auf der anderen Seite sehen wir aber auch positive Signale, weil das wirtschaftliche Wachstum sich zunehmend vom Ressourcenverbrauch abkoppelt. Diese Entwicklung gilt es zu verstärken. Momentan sehen wir nur eine relative Abkoppelung, d.h. die Wirtschaft wächst bei konstant hohem Ressourcenverbrauch. Was wir schaffen müssen ist, dass wir den Ressourcenverbrauch in seiner derzeitigen Höhe absolut reduzieren.

FRAGE: Business as usual reicht da nicht.

BRINGEZU: Das ist korrekt. Es ist eindeutig so, dass, wenn wir nur so weitermachen wie bisher, wir mit einem erheblichen Ressourcenaufwand rechnen müssen. Um ein Beispiel zu nennen: Der derzeitige Ressourcendurchsatz der EU 25 liegt bei 22 Mrd. Tonnen. Würden Sie diese Menge in einen Güterzug packen, dann ginge der 222 Mal um die Erde.

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Originaltöne

Biomasse als entscheidende Rohstoffbasis

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Dematerialisierung Faktor 10

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