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Biomasse - die entscheidende Rohstoffbasis der Zukunft

Stefan Bringezu vom Wuppertal Institut ist einer der großen Experten, wenn es um die Empirie von Stoffen und deren Fluss durch gesellschaftliche und wirtschaftliche Systeme geht. Auf Grundlage dieses Wissens >Wie es ist< liefert er entscheidende Hinweise zum >Wie es sein soll<. Die Perspektive ist ein nachhaltiger Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur (Metabolismus): eine Ressourcenpolitik, die ihren Namen verdient.

Ganz im Sinne von Friedrich Schmidt-Bleek fordert Bringezu langfristig eine Dematerialisierung um den Faktor 10. Das gilt insbesondere für nicht nachwachsende Rohstoffe wie Mineralien denn Landschaften und Biosysteme werden durch deren Entnahme dauerhaft geschädigt. Gleichzeitig bleibt die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen, mittels Land- und Forstwirtschaft, für Europa in etwa gleich. Die Biomasse wird so zur dominierenden Stoffgrundlage der Gesellschaft. Fossile Energieträger sollen langfristig ersetzt werden. Den Flächenverbrauch gilt es zurück zu fahren.

Auch in Europa werden weitere Häuser, Straßen, Flughäfen gebaut. Im Schnitt wächst der Materialstock jedes Europäers jährlich um zehn Tonnen. Die Technosphäre ist immer noch im Wachstum begriffen. Auch in entwickelten Ländern. Von den nachholenden Staaten – Indien, China, Brasilien etc. – ganz zu schweigen. Dennoch, aus theoretischer Sicht wird es in Zukunft ein Gleichgewicht zwischen Input und Output geben müssen.

Auf Grundlage dieses Zukunftsbildes eines nachhaltigen Metabolismus gelingt es, mittelfristige Ziele für die Politik abzustecken und fiskalische Instrumente zu benennen.