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Sony: Eine Firma, die weiß was sie tut
Ökologisches Engagement des Konzerns steht auf der Prioritätenliste des Managements ganz oben, eine Schlüsselherausforderung in der Langfriststrategie.
Im Green Management-Plan 2005 hat die Firma sich zwei zentrale Ziele gesetzt: Steigerung der Öko-Effizienz um den Faktor 1.5 bis 2005 und um den Faktor 2 bis 2010 – bezogen auf das Jahr 2000 und auf die verkauften Geräte; dahinter stehen keine absoluten Reduktionszahlen von Material und Energie. Eine Überkompensation der Einsparungen durch gesteigerten Umsatz ist also möglich. Selbstverständlich muss Sony sich auch an den Marktgegebenheiten und Kundenwünschen orientieren: Wenn große Fernseher gefragt sind, werden große Fernseher geliefert.
Sony ist ein japanisches Unternehmen. Von dort kommen alle entscheidenden Management-Vorgaben, auch die ökologischen. In Japan gehört Sony zu den führenden Unternehmen im Green Business. Jedes Produkt wird einem aufwendigen Life Cycle Assessment unterzogen, akribisch, detailliert – sehr aufwendig. Eine Firma, die weiß, was sie tut: Durch die genaue Informatisierung und Optimierung der materiellen Seite der Produktion verspricht sich das Unternehmen einen strategischen Vorteil.
Im Einzelfall stechen die Erfolge nicht unmittelbar ins Auge – entscheidend ist der firmenweite, globale und systematische Ansatz.
Green Management 2005
Der Plan ist ein strategisch weit ausholendes und präzises Instrument. Immerhin umfasst er 16 Kapitel; stets hat Sony seine globale Produktion im Auge. Im Einzelnen heißt es: 20prozentige Reduzierung des Produktionsgewichts oder der Anzahl der Teile; Miniaturisierung ist eine entscheidende Dematerialisierungs-Strategie. Erhöhung der recycelten Teile pro Produkteinheit um ebenfalls 20 Prozent. 30prozentige Reduzierung des Abfalls. Die Ziele sollen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2005 erreicht sind, also März 2006.
Ressourcenminderung am Beispiel Walkman
Der Walkman ist ein Musterbeispiel für die Reduzierung von Größe und Gewicht einzelner Produkt: Dematerialisierung durch Miniaturisierung. Auch ablesbar am Fortschritt der jeweiligen Speichermedien: von der Cassette, über die Mini-Diks, bis hin zum Memory-Stick.
Beispiel: Der MD Walkman (MZ-E909) ist der leichteste Walkman, den Sony je produziert hat. Er verbraucht 32 Prozent weniger Energie als das Vorgängermodell. Schädliche Kunststoffe wurden aus den Kopfhörer-Kabeln entfernt. Das gesamte Gerät ist bleifrei gelötet, halogenhaltige Flammschutzmittel werden nicht mehr verwendet. Die Verpackung verzichtet auf eine zusätzliche, innen liegende Plastikhülle.
LCA-Analyse
Sony setzt auf einen ganzheitlichen ökologischen Ansatz für seine Produkte. Das schließt die Produktion, den Transport, aber auch die Nutzungsphase und Entsorgung der Geräte ein. Beispiel: Die Firma hat sich bis zum März 2006 vorgenommen die Stand-By-Leistung im Schnitt auf 0,1 Watt oder weniger zu bringen. Gegenwärtig sind es noch 2,2 Watt. Fortschritte in der Ressourcen- wie der Energieeffizienz werden auf allen Stufen gesucht. Das beginnt bereits bei der Produkt-Planung und beim Design. Energieintensive und giftige Materialien werden substituiert, der gesamte Produktionsprozess wird nach Effizienzgesichtspunkten abgeklopft.
Treibhausgase
Sony hat die Klimaerwärmung für sich als zentrale weltweite Herausforderung definiert. Und will systematisch dazu beitragen, Treibhausgase zu reduzieren.
Die gesamten CO2-Emissionen der Firma und ihrer Produkte beliefen sich im Geschäftsjahr 2001 auf 1 897 000 Tonnen – bemerkenswert, dass eine global operierende Firma so genaue Zahlen veröffentlicht. Wieder ein Zeichen dafür, dass die Firma über ein sehr genaues Monitoring verfügt. Die Zahlen schließen auch den Energieverbrauch der Sony-Produkte während der Nutzungsphase mit ein; dafür hat die Firma eine eigene Methode entwickelt.
Die oben genannte Zahl ist nach Sony-Informationen auch absolut gegenüber dem Vorjahr rückläufig: um 40 000 Tonnen CO2. Innerhalb des Green Management-Plans gilt das Ziel einer 15prozentigen Reduzierung bis zum März 2006, bezogen auf den Output.



