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Vibrationsreinigung - die Alltagsrevolution
Klaus Döhrer und seine 1983 gegründete Präzitec GmbH aus dem Westfälischen Unna bauen Präzisionsteile. Zum Beispiel für den Transrapid. Sie müssen dabei die gleichen Schwierigkeiten bewältigen, wie viele andere Metallbearbeiter: Das Reinigen. Anhaftende Kühl- und Schmierflüssigkeiten oder Metallteile aus dem Bearbeitungsprozess müssen entfernt werden. Denn die Metallteile müssen sauber sein, bevor sie weiter verarbeitet werden können.
Früher einmal ging das mit Lösemitteln, flüssigen Kohlenwasserstoffen. Die sind giftig und daher verboten worden. Heute klappt es mit Druckluft oder mit Lösemitteln so leidlich. "Waren Sie einmal in einer Produktionshalle der Autozulieferindustrie? Da tropft das Öl von den Deckenbalken. Das kommt vom Ölnebel, den die Druckluftreinigung erzeugt. Das finden Sie auch in den Lungen der Arbeiter. " schildert Klaus Döhrer.
Er hat sich viele Gedanken gemacht, wie man diesen Prozess verbessern kann. Doch schließlich hat er es aufgegeben: Es lässt sich kein Geld verdienen mit dem Reinigen, es bleibt teuer, aufwendig und schmutzig.
Bis zu dem Tag, an dem Klaus Döhrer auf den Hund kam. Bei einem Spaziergang brachte ihn sein tropfnasser Hund auf eine neue Idee. Einmal kräftig schütteln, schon ist das Fell trocken!
Einfache Idee - Wegweisende Wirkung
Genau das ist die Lösung. Nach vielen Jahren der Forschung ist aus der Idee eine industriell einsetzbare Reinigung geworden. Genial einfach eigentlich. Das zu säubernde Werkstück wird in Schwingungen versetzt. Dabei werden die Adhäsionskräfte des anhaftenden Ölfilmes oder der Metallteilchen überwunden. Die Öltröpfchen und Metallspäne fangen an zu tanzen und werden einfach weggesaugt.
Die Vorteile sind enorm: Zum Einen lässt sich das abgesaugte Öl wieder verwenden. Bis zu 90% der Kühl- und Schmierstoffe werden so im Kreislauf geführt. Dabei kommt eine ganze Menge Öl zusammen: Allein bei der Produktion von Zündkerzenteilen wird bei Präzitec pro Woche ein Tankzug Öl zurückgewonnen, das bei anderen Reinigungsformen verloren ginge.
Zum anderen ist die Vibrationsreinigung abwasserfrei, emissionsarm und energiesparend und reinigt effektiver als die Konkurrenzverfahren. Und um noch einen Vorteil drauf zu setzen: Die Vibrationsreinigung lässt sich in bestehende Produktionsstraßen integrieren.
Generell ist die Vibrationsreinigung für alle Verunreinigungen geeignet, bei denen feste oder flüssige Anhaftungen beseitigt werden müssen. Kein Wunder also, dass die eigens zur Weiterentwicklung und Vermarktung des neuen Verfahrens gegründete vibro-tec GmbH floriert.
Im Jahr 2002 erhielt Klaus Döhrer für seine Erfindung eine Anerkennung im Wettbewerb um den R.I.O. Innovationspreis der Aachener Stiftung Kathy Beys.



