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News


28.05.2004 Pentagon Studie / The day after tomorrow

Das Pentagon mit einem Hollywoodfilm in Zusammenhang zu bringen, ist in der Filmbranche sicher nichts neues. Gerade revolutionär aber das Thema: Der plötzliche Klimawandel. Viele Klimaforscher beschäftigt die Frage, wie lange eigentlich noch die Temperaturen langsam und moderat ansteigen. Oder wann die Atmosphäre - wie in der erdgeschichtlichen Vergangenheit schon häufiger geschehen - abrupt in einen anderen klimatischen Zustand wechselt.
Plötzlicher Klimawandel , abrupt climate change sind die Schlagworte. In Verbindung gebracht wird das mit einem Abreißen der Zentralheizung Nordeuropas, dem Golfstrom. Wenn der nicht mehr fließt, könnte es hier ziemlich kalt werden.
Roland Emmerichs Film The day after tomorrow, beleuchtet den Klimawandel zwar mit viel Pathos und mit wissenschaftlich kaum haltbaren Bildern. Trotzdem bleibt etwas in Erinnerung: Die Eiswüste in New York ist Menschen-gemacht.
Aus anderer Perspektive widmet sich das Pentagon dem Klimawandel. Sein Interesse: Die nationale Sicherheit der USA. Wenn schon ein solcher Klimawandel in den Bereich des Möglichen kommt, welche Auswirkungen hat dieser dann auf die militärische Sicherheit der USA?
Die Ergebnisse sind Besorgnis erregend: Der zu erwartende Temperatursturz wird zu einer Völkerwanderung führen, Länder mit labiler Regierung könnten versucht sein, ihr Nukleararsenal einzusetzen, um sich Nahrung oder Rohstoffe zu erkämpfen. Die Autoren kommen zum Fazit, dass der Klimawandel viel größere Risiken in sich berge, als der Terrorismus.

Die Pentagon Studie: http://www.stopesso.com/campaign/Pentagon.doc

Artikel im Der Standard, Österreich:
http://derstandard.at/?id=1578069

Artikel im Spiegel Online: (für 0,50 EUR) http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,287518,00.html

How Global Warming May Cause The Next Ice Age


28.05.2004 Matsushita Gruppe nutzt Faktor X zur Produktentwicklung

Die Matsushita Group in Japan (62 Mrd. US $ Umsatz, ca. 290.000 Beschäftigte weltweit, 380 Firmen im Konzernverbund) hat sich Ende des letzten Jahres eine neue Vision gegeben.
Aiming for Coexistence with the Global Environment,.
Ob Matsushita wirklich in Koexistenz mit der Umwelt steht, ist für den weltweit operierenden Konzern auch eine Frage von Faktor X: Für Matsushita eine Methode zur Messung des Einflusses eines Produktes während seines gesamten Lebenszyklus auf die Umwelt aus drei Perspektiven:
- Wie effektiv ist das Produkt hinsichtlich seiner Treibhausgas-Emissionen?
- Wie sauber, kann das Produkt hergestellt werden in Bezug auf möglicherweise gefährliche chemische Substanzen
- Wie effizient ist das Produkt hinsichtlich seines Ressourcenverbrauchs?

Matsushita berechnet einen Treibhausgas-Faktor (GHG) und einen Resource-factor über die gesamte Lebensdauer. Die Entwicklungsziele für neue Produkte lesen sich, wie bei Faktor 4 oder Faktor 10 abgeschrieben:

- längere Produktlebensdauer, leichtere Wartung, Aufrüstmöglichkeiten
- Kleine Ausmaße und Gewicht
- Gebrauch von wiederverwendeten (reuse) und recyclelten Materialien
- Bevorzugung wiederverwendbarer oder recycelbarer Materialien
- Produktdesign im Hinblick auf Zerlegung und Sortierung optimieren
- Weniger unterschiedliche Materialien verwenden

http://www.panasonic.co.jp/global-pressroom/contents/seminar/pdf/otsuru.pdf(Presseseminar zu Faktor X)

http://matsushita.co.jp/environment/factor_x/m_pdf/040329e.pdf
(Verfahren zur Berechnung von Faktor X und Beispielstudien)

http://matsushita.co.jp/vision/eco/en/04.html
(zur Vision von Matsushita)


11.03.2004 Energy Rich Japan

Ein hoch industrialisiertes Land kann niemals mit erneuerbaren Energiequellen versorgt werden!
Eine Studie des ISUSI Institutes räumt mit diesem Vorurteil gründlich auf. Die Studie Energy Rich Japan weist nach, dass Wind, Wasser, Sonne und Geothermie in der Lage sind, auch ein hochtechnisiertes Land mit Energie zu versorgen. Dazu wurden reale Klimadaten aus 12 Monaten an zahlreichen Wetterstationen Japans ausgewertet. Es wurde anschließend simuliert, welchen Beitrag Wind-, Wasser-, Solar-und geothermische Energie zur Stromversorgung geleistet hätten. Außerdem konnte die Verteilung der Energie dargestellt werden, denn die Sonne scheint auch in Japan nicht überall zugleich.
Besonders informativ: Eine Animation, die die unterschiedlichen Versorgungsbeiträge von Wind, Wasser, Sonne und Geothermie für jeden Tag des Jahres und jede Region Japans anzeigen.

Energy Rich Japan (Eingangsseite deutsch)
Die Animation


11.03.2004 Shell muss Schätzung seiner Ölvorräte um 20% senken, Saudi-Arabiens Ölfelder im Decline!

Zwei Nachrichten erschütterten die unverbesserlichen Optimisten, die an billiges Erdöl für die nächsten 200 Jahre glauben: Am 9. Januar musste Shell seine noch wenige Tage zuvor in der Bilanz von 2003 veröffentlichten Ölvorräte um 20% reduzieren. Mit einem Federstrich wurde das größte Kapital des Unternehmens, nämlich sein Öl, um 1/5 reduziert. Der Londoner Aktienmarkt war geschockt, Analysten stuften die Shell Aktie herab, der Wert der Aktie fiel an einem Tag um mehr als 7%.
Artikel Spiegel online

Am 24. Februar berichtet die New York Times, dass die Ölfelder von Saudi-Arabien sich jetzt im decline, befinden. Saudi-Arabien verfügt über die größten Ölreserven der Welt. Wenn dort jetzt der depletion mid-point erreicht ist, wird dies schon mittelfristig deutliche Auswirkungen auf den Ölpreis haben. Ein internes Papier der staatlichen saudischen Ölgesellschaft Aramco prognostiziert für 2011 eine tägliche Förderung von 10,15 Mio Barrel pro Tag, das US-amerikanische Energieministerium geht 2010 von täglich 13,6 Mio Barrel und 2020 sogar von 19,5 Mio Barrel aus. Bezeichnend für die klaffende Lücke ist der Kommentar eines saudischen Öl-Managers: In the past, the world has counted on Saudi Arabia, now I don't see how long it can be maintained!,
Artikel New York Times


11.03.2004 Umweltfresser Computer

Das Computer doof sind und Bill Gates böse ist, wissen wir wohl schon lange. Für einige neu ist allerdings, dass für die Produktion eines Home- oder Personalcomputers 240 kg fossile Brennstoffe, 22 kg chemische Produkte und mehr als 1.500 l Wasser benötigt werden. Ein Grund mehr, den Irrsinn von immer neuen, Speicher- und Leistungsfressenden Programm-Updates nicht mehr mit zu machen und den Computer einige Jahre länger zu nutzen, oder wenn unbedingt nötig, einfach aufzurüsten. Texte wie diesen schreibt so ein Computer nämlich ziemlich lange genauso schön wie am ersten Tag.
Die wissenschaftlichen Grundlagen dazu sind gerade publiziert, allerdings auf englisch: Computers and the Environment: Understanding and Managing their impacts. Kühr, R. & Williams, E.; Kluwer Verlag, ISBN 1-4020-1680-8.


11.03.2004 Wieviel Umwelt brauchen Sie?

Schätzen Sie mal, wie viel Natur Sie im Jahr verbrauchen! Summieren Sie mal Ihren gesamten Ressourcenverbrauch, der durch Ihr tägliches Leben, den Konsum, die Wohnung, das Auto und den Urlaub entsteht. Hilfe gibt Ihnen ein elektronischer Fragebogen, der überraschende Einsichten bringt.
Online Fragebogen derstandard.at


11.03.2004 Ressourcenproduktivität für Arbeitsplätze und Gewinne - ein Konjunkturprogramm

Für manche Unternehmen, Dienstleister und Behörden ist Ressourcensparen ein Programm. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe bringen Energie- und Materialeinsparungen bares Geld. Jedoch , die Dematerialisierungspotentiale sind nicht erschlossen.

Die Aachener Stiftung hat die Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS), IW Consult der deutschen Wirtschaft, und die Prognos AG in Zusammenarbeit mit Arthur D. Little beauftragt, dieser Frage nachzugehen: Was würde geschehen, wenn Unternehmen verstärkt in Ressourcen-produktivität investierten? Konkret: Wenn die Material- und Energiekosten bis 2015 um 20 % sinken würden?

Es gibt Gewinner und Verlierer, sagt Bernd Meyer, Geschäftsführer der GWS. Das verarbeitende Gewerbe könnte seine Kosten erheblich senken. Lieferanten von Material und Energie dagegen hätten Umsatz-, Gewinn- und Beschäftigungseinbußen. Die Effekte auf die Volkswirtschaft insgesamt wären noch mal deutlich komplizierter. Deshalb lässt sich die Frage nach den Wirkungen der Dematerialisierung auf die Wirtschaft als Ganze nur mit einem Experiment beantworten, mit einem Computermodell, das die deutsche Volkswirtschaft in allen wesentlichen Aspekten abbildet. Die GWS hat mit einem leistungsfähigen Modell, INFORGE, drei Szenarien für eine erhöhte Dematerialisierung gerechnet. Die Ergebnisse: Eine Reduktion der Material- und Energiekosten um 20 % bis zum Jahr 2015 erhöht das reale Bruttoinlandprodukt um ca. 10 %. Produktivität und Wohlstand nehmen in jedem Fall zu. Die Wirkung auf die Beschäftigung, ob also mehr oder weniger Arbeitsplätze entstehen, hängt stark davon ab, wie die Löhne sich entwickeln. Folgt der Lohnzuwachs der nun deutlich erhöhten Produktivität im üblichen Rahmen, gehen rund 480 000 Arbeitsplätze verloren. Steigen die Löhne dagegen moderat, in dem Maße, wie sie auch ohne zusätzliche Dematerialisierung zulegen würden, ergibt sich ein ganz anderes Bild: ein Plus von 760 000 Arbeitsplätzen. Die Auswirkungen auf den Staat. Per Saldo sind die Effekte der Dematerialisierung für die Öffentliche Hand in jedem Fall positiv. Auch hier hängt viel von der Lohnentwicklung ab. Im Szenario mit hoher Beschäftigung ergibt sich gar ein Plus für den Staat von 21 Mrd. EUR.

Folienvortrag von Bernd Meyer beim 3. Aachener Forum
Studie Wachstums- und Beschäftigungsimpulse rentabler Materialeinsparungen


06.12.2003 Landesregierung NRW erkennt Potenzial in Faktor X

Im November 2003 wurden die Leitbilder für ein zukunftsfähiges NRW veröffentlicht. Dieses von der Landesregierung getragene Dokument spiegelt den hohen Stellenwert wider, den NRW nun endlich dem Thema Ressourcenproduktivität zubilligt.

Die Erhöhung der Ressourcenproduktivität ist eine unverzichtbare Voraussetzung, um die wirtschaftliche Entwicklung auf eine ökologisch solidere Basis zu stellen., heißt es. Dabei geht die Landesregierung sogar so weit, die Einbeziehung des ökologischen Rücksacks in eine Effizienzstrategie einzubeziehen. Bislang werden diese ökologischen Rucksäcke beim Indikator Ressourcenproduktivität nicht erfasst. Die NRW Landesregierung will aber das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik beauftragen, die Ressourcenproduktivität der Wirtschaft unter Berücksichtigung des ökologischen Rucksacks zu erfassen und regelmäßig darüber zu berichten.

Außerdem hat die Landesregierung weitere Aktionen geplant: Analog zum erfolgreichen REN-Energieeffizienzprogramm soll ein Impulsprogramm Materialeffizienz erarbeitet werden. Für die interessierte Öffentlichkeit und als Portal für Fachleute und MitarbeiterInnen in Betrieben soll ein Online-Informationssystem aufgebaut werden.

Wie gut, dass es so ein System heute schon gibt!
Download Leitbilder zukunftsfähiges NRW


06.12.2003 Landesregierung NRW zeichnet Faktor X als Best Practice Projekt aus!

Zwei Projekte der Stiftung wurden durch Peer Steinbrück, NRW-Ministerpräsident und Bärbel Höhn, Umweltministerin von NRW im Rahmen der Agenda 21 NRW als Best Practive Beispiele ausgezeichnet. Die ausgewählten Projekte leisten nach Meinung der Auswahlgremien in besonderer Weise einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und Zukunftsgestaltung in NRW.

Die ausgezeichneten Projekte Nachhaltigkeitslexikon im Internet, sowie die Faktor X Plattform, wurden einer breiten Öffentlichkeit auf der Perspektivkonferenz der Agenda 21 NRW am 26. und 27. November im ehemaligen Bundestag in Bonn vorgestellt.


17.10.2003 Sieger R.I.O. Preis 2003: Holz100!

Intelligenten Produkten, die den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Entwickler und Produzenten sichern und die viel effektiver mit Rohstoffen umgehen gehört die Zukunft. Die Aachener Stiftung Kathy Beys vergibt den R.I.O. Innovationspreis, um diese pfiffigen und zukunftsweisenden Ideen publik zu machen.

Der diesjährige Preis wird für eine uralte und doch hoch innovative Holzbautechnologie vergeben: Holz100. Häuser aus 100% Holz und sonst nichts. Keine zusätzliche Isolierung, kein Leim, keine Holzschutzmittel.

Holz100 ist eine Holztafelbauweise. Senkrechte und waagerechte Lagen aus unbehandelten, sägerohen, trockenen Brettern und Pfosten werden zu kompakten Wandelementen geschichtet. Die Verbindung erfolgt mit einem genau berechneten Raster aus staubtrockenen Buchenholzdübeln: Sobald sie in die Bohrungen eingefügt werden, quellen sie durch die geringe Restfeuchte im Holz der Bretter und Pfosten auf. Das Resultat: Ein kraftvoll verbundenes, massives Ganzes, eine leim- und metallfreie massive Holztafel.

Holz100 hält zwei Weltrekorde: Es weist die beste Wärmedämmung aller statisch tragenden Baustoffe auf.

Und noch mehr: die Bauwerke, die aus Holz100 gebaut werden, können die Wärme dreimal besser speichern als massive konventionell errichtete Steinhäuser. Damit bieten sie einen unerreichten Wohnkomfort.

Im Holz100 System steckt eine Menge Ressourcen-Intelligenz:

Die meisten verwendeten Hölzer werden nicht bearbeitet. Sie werden sägerauh eingebaut. Das spart enorme Mengen an Energie. Außerdem werden hauptsächlich Hölzer verwendet, die keinen großen Wert mehr haben: Seitenware, verfärbtes Holz oder wenig gefragte Holzsorten.

Außerdem kommt Holz100 ohne jede zusätzliche Dämmung aus. Und erreicht damit Niedrigenergie- oder sogar Passivhaus-Standard. Eine 30 cm dicke Holz100 Wand dämmt so gut wie eine gleich dicke Schicht Dämmplatten aus Holzwolle , doch der fehlt jede statische Belastbarkeit. Die Wärmedämmung hält üblicherweise zwischen 20 und 40 Jahren. Damit muss sie während der Lebensdauer des Hauses mehrfach ausgetauscht werden. Wo nichts ist, muss nichts getauscht werden: Die isolierenden Eigenschaften von Holz100 verändern sich nicht.

http://www.rio-innovation.de
http://www.thoma.at


17.10.2003 1 Jahr Japan for Sustainability

Die Website präsentiert Informationen über Entwicklungen und Aktivitäten aus Japan für eine nachhaltige Gesellschaft. Japan for Sustainability ist relativ jung, außerdem aktuell, mit einem 14tägigen Newsletter und ansprechend designed, in kräftigen, traditionell japanischen Farben.

  • Japan for Sustainability ist eine Non-Profit-Plattform, erstellt von Journalisten, Wirtschaftsleuten und Wissenschaftlern unter der Leitung einer jungen Aktivistin:
    Junko Edahiro (Foto)
  • Japan for Sustainability eröffnet zum ersten Mal den japanischen Nachhaltigkeits-Kosmos in seiner gesamten Breite für ein englisch-sprechendes Publikum.
  • Japan for Sustainability kombiniert High-Tech mit Tradition. Vorbild ist die japanische Edo-Periode vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. In dieser Zeit war die japanische Gesellschaft autark in der Produktion von Lebensmitteln und Energie, zeichnete sich durch ein geringes Bevölkerungswachstum aus, so gut wie alle Materialien wurden recycelt.
  • Mit Basisinformationen über Japan: Geographie, Bevölkerungsentwicklung, Industrie, Umweltgesetze.
  • Mit aktuellen Informationen aus Wirtschaft, Behörden, Wissenschaft und Privatinitiativen. Beispiele: die umfassende Japan weite Datenbank zu Life Cycle Assessment; neue Entwicklungen aus Japan zur Brennstoffzelle.

http://www.japanfs.org

Mehr zu Japan erfahren Sie auch bei Ryoichi Yamamoto und Steve Halls.


17.10.2003 Nachhaltigkeit neu denken

Ein neues, perspektivisches Selbstverständnis von Nachhaltigkeit war Thema einer Tagung des ISOE (Institut für sozial-ökologische Forschung) in Frankfurt. Dokumentiert ist das Ganze in einer Website. Zur Diskussion stand The Great Transition, die Arbeit des Stockholm Environment Institute. Darin wird die Dematerialisierung mittels der Szenariotechnik verortet; verschiedene Zukunftsentwürfe zeigen, welche Bedeutung einer gesteigerten Ressourceneffizienz in einem größeren Kontext beigemessen werden kann.

Stimmen von der ISOE-Tagung:


17.10.2003 Ampeln werden auf LED-Technik umgerüstet

In Aachen werden noch in diesem Jahr 112 Ampeln auf die moderne Leuchtdioden (LED)-Technik umgestellt werden. LED Ampeln sind Faktor-x Ampeln:

LEDs leuchten heller als konventionelle Glühlampen, sie halten viel länger als Glühbirnen und verbrauchen nur 1/10 des Stroms. Außerdem fällt eine Ampel nicht gleich aus, nur weil eine LED defekt ist, denn in einer Ampel leuchten über 100 kleine Leuchtdioden.


17.10.2003 Rescuing a Planet Under Stress and a Civilization in Trouble

Leseempfehlung: Lester R. Brown. New York London 2003.
Plan B. Rescuing a Planet Under Stress and a Civilization in Trouble.

Für den Präsidenten des Earth Policy Institutes in Washington ist die Weltwirtschaft in das Stadium der Bubble-Economy eingetreten. Sie ist so aufgebläht, dass sie das Ökosystem des Planeten Erde massiv unter Stress setzt. Das vordringlichste Problem sieht Lester Brown , schon lange übrigens , bei den Nahrungsmitteln. Chinas Getreideproduktion, so argumentiert er, sinkt ständig. Wüsten breiten sich aus, riesige Sandstürme sind die Folge, der Grundwasserspiegel sinkt permanent. In wenigen Jahren könnte China gezwungen sein, auf dem Weltgetreidemarkt massiv Getreide einzukaufen , die Preise schießen in die Höhe.

Business as usual , Plan A , hat in den Augen von Lester Brown versagt. Nur eine weltweite und grundlegende Umorientierung der Prioritäten , Plan B , könnte den globalen ökologischen Stress mildern. We need to come up with a wartime mobilization to deflate the global economic bubble before it reaches the bursting point., Der wichtigste Schritt: Arbeit muss steuerlich entlastet, Ressourcen müssen belastet werden. Die Preise müssen die ökologische Wahrheit sagen. Wenn wir den Markt nicht so strukturieren, dass er die Realitäten endlich anerkennt, werden wir weiter Fehler machen, als Konsumenten, als Geschäftsleute und als Regierungsmitglieder.,

Das Buch ist auch als pdf-Datei verfügbar.
http://www.earth-policy.org/Books/PlanB_contents.htm

 


15.08.2003 Vision 2020

Arbeit, Umwelt, Gerechtigkeit: Strategien für ein zukunftsfähiges Deutschland. In dem Buch von Joachim Spangenberg wird zum ersten Mal das Instrument einer Materialinputsteuer in eine Nachhaltigkeitsstrategie eingeführt. Mehr erfahren Sie hier.


15.08.2003 20 Wasserstoff-Mythen

Amory Lovins kritisiert alte und neue Vorurteile in der Debatte über eine kommende Wasserstoffwirtschaft. Wasserstoff- und Effizienzstrategie gehören zusammen.
Mehr dazu bei Amory Lovins.


15.08.2003 Wie lange gibt es noch Fisch im Meer?

Das Earth Policy Institute hat einen Abriss der weltweiten Fischbestände veröffentlicht.

  • Die Bestände der großen Raubfischarten , z.B. Tunfisch, Schwertfisch, Kabeljau, Heilbutt , ist in den vergangen 50 Jahren um rund 90 Prozent zurück gegangen.
  • Von 1950 bis 1988 hat die weltweite Fischproduktion ein stürmisches Wachstum hingelegt: von 19 Millionen auf 89 Millionen Tonnen insgesamt.
  • Seitdem stagniert die Fangmenge. 2001 waren es weltweit rund 92 Millionen Tonnen.
  • Die Grenze der Reproduktionsfähigkeit der Meere ist erreicht. Zum Teil wurde sie bereits überschritten. Beispielsweise die Krise und schließlich der komplette Zusammenbruch der Kabeljaufischerei vor Neufundland. Selbst nach zehn Jahren haben sich die Bestände noch nicht wieder erholt.
  • Das Earth Policy Institute diskutiert verschiedene Lösungsmöglichkeiten: Versuche, den Fischern selber die Verantwortung für die Fischgründe zu übertragen; die Einrichtung eines Systems von Schutzzonen mit vollständischem Fangverbot; bis hin zu einer Halbierung der jährlich angelandeten Fangmengen.

www.earth-policy.org/Updates/Update25.htm


15.08.2003 Ressourcenverbrauch in Europäischen Ländern

Die Erweiterungsländer müssen ihre Ressourcenproduktivität um den Faktor 5 steigern - heißt es in der neuen Studie des Wuppertal-Instituts.

Neue Studie des Wuppertal-Instituts für die Europäische Kommission: Resource Use in European Countries. Eine Ergänzung und Fortführung der groß angelegten Stoffstromanalysen. Neue Erkenntnisse:

  • Die Erweiterungsländer der Europäischen Gemeinschaft liegen beim Pro-Kopf-Verbrauch zwar unter dem durchschnittlichen Ressourcenverbrauchs der EU-15-Staaten , allerdings bei deutlich geringerem Wohlstand. Würden die neuen Staaten auf das Niveau der bisherigen Mitglieder kommen, müsste damit eine Steigerung der Ressourcenproduktivität um den Faktor 5 (!) einher gehen.
  • Eine langfristig angelegte Politik zur Ressourcenminderung ist bislang nicht zu erkennen. Zwar, so sagen die Autoren, belohnt der Markt bereits heute eine Steigerung der Ressourcenproduktivität, aber messbare Fortschritte, beispielsweise durch die Reduzierung der deutschen Kohleproduktion, waren eher Begleitumstände.
  • Business as usual wird den relativ konstanten aber zu hohen und nicht nachhaltigen Ressourcenverbrauch nicht verändern. Konkrete Management-Regeln für eine dematerialisierte Volkswirtschaft stehen noch aus.

http://europa.eu.int/comm/environment/natres/index.htm


15.08.2003 Wie lange haben wir noch Öl?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit hat eine allgemein verständliche Dokumentation Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen 2002 vorgelegt. Geologische Basisinformation. Wirtschaftliche und Fragen der Versorgungssicherheit werden eher gestreift.

Deutlich wird noch mal eine Verknappung des Angebots von Erdöl etwa ab dem Jahr 2015. Vor dem Hintergrund, dass die Entwicklungs- und Schwellenländer mit einem Bevölkerungsanteil von fast 80 % bislang nur ein Drittel des geförderten Erdöls verbrauchen, wird klar, was die Verknappung, also die Verteuerung von Öl für die Verteilung in Zukunft bedeutet.

Gute Darstellung von Grundsatzfragen: z.B. Reserven, und Ressourcen,, konventionelles und nicht konventionelles Erdöl.

Energiestudie 
BGR


15.08.2003 Leseempfehlung: Einfach intelligent produzieren.

Michael Braungart, Milliam McDonough: Einfach intelligent produzieren, cradle to cradle: Die Natur zeigt, wie wir die Dinge besser machen können. Berliner Taschenbuch Verlag 2003. Braungart und McDonough erläutern zum ersten Mal ausführlich ihren Ansatz öko-effektiver (nicht effizient!) Prozess- und Produktentwicklung.