faktor-x.info wird seit Dezember 2011 nicht mehr gepflegt und steht nur noch als Archiv im Internet.

Aktuelle Informationen finden Sie im Lexikon der Nachhaltigkeit - www.nachhaltigkeit.info

HomeSitemapDrucken

Reuse!

Kleine und mittlere Unternehmen aus dem IT-Bereich haben sich in einem Netzwerk zusammen geschlossen, um gemeinsam ReUse, den Wiedergebrauch von Computern zu organisieren. Jährlich werden in Deutschland zwei Millionen Computer ausgemustert. Dabei sind die allermeisten noch durchaus intakt. Ein Leasing-Unternehmen hat seine Geräte in der Regel nach zwei oder drei Jahren abgeschrieben – damit kann man allerdings noch Jahre lang Texte verfassen oder im Internet surfen. Vielleicht taugen sie nicht mehr für die allerneuesten Computerspiele oder zur Videobearbeitung – aber wer braucht das schon? Wiederverwendung und Wiederaufarbeitung von Computern und Druckern ist ein Geschäft mit Zukunft. Man muss es nur richtig organisieren!

Das Netzwerk

Im Jahr 2001 haben sich in Hamburg fünf Kleinbetriebe aus der IT-Branche mit jeweils zwei bis zehn Beschäftigten und ein größerer Computerschrott-Verwerter zusammen getan. Das Ziel: mit dem Firmenverbund Stärken entwickeln, die der einzelne nicht hat. Gebrauchte Computer und Drucker werden meist von größeren Organisationen, Betrieben oder Behörden auf den Markt gebracht. Das Geschäft lohnt sich erst ab einer bestimmten Stückzahl. Ein kleineres Unternehmen wäre mit einer Lieferung von 500 Geräten aber überfordert. Im Netzwerk funktioniert es!

Eines der Unternehmen hat sich auf die Reparatur von Druckern spezialisiert, ein anderes auf Monitore. Gemeinsam kann der Firmenverbund ein Komplettangebot vorlegen. Wenn Informationen, Dienstleistungen, Ersatzteile im Netzwerk zirkulieren, profitiert jeder einzelne Netzwerkknoten. Die Auftragbücher von ReUse Hamburg sind voll.

Die durchschnittliche Nutzungsdauer eines PC liegt etwa bei vier Jahren; seine technische Lebensdauer allerdings bei sieben. Und mittlerweile sind PC so leistungsstark – für die üblichen Büro-Anwendungen reicht das allemal. Das Marktpotential von gebrauchten Computern ist enorm. Ein „Gebrauchter“ – das klingt aber in vielen Ohren nicht gut. Dagegen hilft auf Dauer nur Vertrauen. Und auch das kann ein Netzwerk besser vermitteln als ein isolierter Kleinbetrieb. Konkret: durch ein überzeugendes Service-Angebot, durch gemeinsam garantierte Standards, Garantien und Unterstützung.

ReUse Hamburg hat eine Schwesterorganisation: ReUse Berlin. Außerdem wird die ganze Struktur vom Hamburger Institut für Produktdauerforschung unterstützt und gefördert. IPF akquiriert, moderiert und entwickelt das Netzwerk weiter.

TOP


Die Kunden

Auf den Internet-Portalen von ReUse gibt es ständig aktuelle Angebote, PC oder Laptops. Ihre Kunden sind private Haushalte, Studenten, aber auch kleine und mittlere Unternehmen. Vor allem in der Altersgruppe über 50 wächst der Anteil an Internet-Nutzern. Auch dort will ReUse neue Kunden gewinnen.

TOP


Die Zukunft

Das IPF-Institut plant, der Architektur regionaler Netzwerke noch eine weitere Ebene hinzu zu fügen. NeWET ist ein Netzwerk wieder verwendbarer Elektronikteile und funktioniert bundesweit. Sinn und Zweck ist es, preiswerte Ersatzteile für kleine und mittlere Unternehmen anzubieten: Festplatten, CD-Rom-Laufwerke etc. 50 Handwerksbetriebe haben sich zusammen geschlossen. Gemeinsam mit einem großen Anbieter von gebrauchten Elektronikteilen bauen sie ein Informations- und Börsensystem auf. Wo jeder Betrieb im Internet Angebote und Preise zu Ersatzteilen erfragen und ordern kann

TOP