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Novozymes: Dematerialisierung und Gentechnologie

Novozymes, mit Hauptsitz in Dänemark, ist der größte Produzent von industriell erzeugten Enzymen weltweit. Enzyme sind biologische Katalysatoren, sie steuern biochemische Reaktionen in Zellen. Moderne, effektive Waschpulver sind ohne Enzyme nicht denkbar. Auch in der Textil-, der Lebensmittel- oder Futtermittelindustrie spielen sie eine wichtige Rolle. Eine Zukunftstechnologie.

Enzyme sind hochwirksame Werkzeuge der Biotechnologie. Die neuesten Generationen werden gentechnologisch erzeugt. Diese Feinjustierung hat die großen Fortschritte der vergangenen Jahre ermöglicht. So erschließt sich ihr enormes Dematerialisierungs-Potential. Eine radikale Dematerialisierung ohne High-Tech ist unmöglich. Deshalb wird sich die Diskussion auch problematischen Seiten der Technik wie der Gentechnik nicht entziehen können.

Hinzu kommen bioethische Fragen. Novozymes unternimmt aus Forschungszwecken sogar Tierversuche. Die Firma steht dazu, mit großer Klarheit im Dialog nach außen. Und insgesamt mit konsequentem Anspruch auf Nachhaltigkeit, trotz Gentechnik und Tierversuchen. Im Sustainability Index von SAM rangiert Novozymes ganz oben.

Die Firma

Novozymes ist ein sehr junges Unternehmen, im November 2000 hat es sich aus dem dänischen Konzern Novo Nordisk gelöst. Aus dieser Verbindung kommt eine mehr als 60jährige Erfahrung in der Produktion von Enzymen.

Mit 3 400 Mitarbeitern in 30 Ländern ist Novozymes ein Global Player. Der Marktanteil weltweit liegt bei rund 40 Prozent. Die Bilanzen der vergangenen Jahre weisen ein robustes Wachstum aus.

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Enzymproduktion

Enzyme gibt es überall. Im menschlichen Organismus, in tierischen, pflanzlichen und in Mirkoorganismen. Sie arbeiten unter sanften physikalischen und chemischen Bedingungen, bei niedrigen Temperaturen und natürlichen Druckverhältnissen. Enzyme verwendet der Mensch schon seit Jahrtausenden: beim Backen, Brauen und in der Käse-Herstellung.

In der Industrie werden Enzyme in großen Tanks gezüchtet. Pilze und Bakterien dienen als Wirtsorganismen. Sie ernähren sich von riesigen Mengen Kartoffelstärke, Soja und Zucker; diese landwirtschaftlichen Produkte machen rund 50 Prozent der Ressourcenbasis von Novozymes aus. Schließlich werden die Enzyme aus der Nährsuppe herausgefiltert, verpackt und verkauft.

Seit 1985 nutzten die Dänen die Gentechnologie, um sehr spezifische, wirkungsvolle und effektive Enzyme herzustellen. Novozymes unterstreicht: Gentechnisch veränderte Organismen tauchen in aller Regel in den Endprodukten nicht auf. Für die Firma hat die Gentechnologie eine „Revolution“ im technischen Fortschritt ausgelöst. Eine ihrer Erfindungen: stonewashed Jeans ohne Steine. Fabrikneue Jeans werden mit einem speziellen Enzym gewaschen, so dass ein fleckiger Effekt entsteht, wie bereits getragen; tatsächlich ist der Stoff noch voll intakt.

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Enzyme und Dematerialisierung

Einer der Schlüssel, um eine bessere Balance zwischen dem heutigen Konsum und den natürlichen Ressourcen des Planeten zu finden, ist das Enzym“, sagt Steen Riisgaard, Präsident und CEO von Novozymes.

Enzyme können selbst hartnäckige Flecken wie Blut auflösen. Moderne Wasch- und Spülmaschinen-Mittel sind ohne Enzyme nicht denkbar. Sie garantieren Sauberkeit, auch bei niedrigen Wasch-Temperaturen und bei geringerem Wassereinsatz. In Deutschland beispielsweise wurden 1975 pro Waschgang noch 150 Liter Wasser verbraucht, im Jahr 2000 waren es 55 Liter. Im selben Zeitraum ging der Energieverbrauch von drei Kilowattstunden auf 1,6 zurück. Enzyme steigern die Energie- und Rohstoffproduktivität. Auch in der Papier-, der Baumwoll- und Lederproduktion. Futtermittel werden besser aufgeschlossen.

Wissenschaftler jagen rund um die Welt nach neuen Enzymen, immer spezifischer, immer effizienter. Sie durchkämmen den biologischen Reichtum von Urwäldern und legen riesige Datenbanken an. In diesem Sinne ist Novozymes ein wissenbasiertes Unternehmen des 21. Jahrhunderts.

Enzyme sind Katalysatoren, vergleichweise geringe Mengen erzielen große Wirkungen. Vor allem in der Waschmittel- und Papierproduktion hängen die nächsten Schritte der Dematerialisierung unmittelbar an der Forschung nach neuen Enzymen.

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Triple Bottom Line

Novozymes hat sich dem Nachhaltigkeits-Anspruch verpflichtet, und zwar in seiner ganzen Breite: ökonomisch, ökologisch und sozial.
Der Umwelt- und Sozialreport weist eine konsequente Entkopplung von Wachstum und Naturverbrauch aus. Und zwar nicht nur relativ, im Verhältnis zum Output, sondern absolut; also auch unter Wachstumsbedingungen. Die Steigerungsraten bei der Energieproduktivität und beim Wassersparen sind beachtlich: gefordert sind fünf Prozent jährlich, das Ergebnis ist rund doppelt so hoch.
Im dänischen Kalundborg hat Novozymes seine größten Produktionsanlagen. Sie arbeiten im Verbund mit anderen Firmen; durch ein gemeinsames System recyclierbaren Wassers ist der Verbrauch um 25 Prozent gesunken.
Ein Kernstück von Novozymes ist das Ressourcenmanagement seiner Transportketten. Schwieriger als der ökologische scheint der soziale Anspruch einzulösen zu sein. Stress am Arbeitsplatz, so geht es aus dem Sozialreport hervor, ist für ein Drittel der Angestellten durchaus ein Thema.

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