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Metalle aus dem Meer

Seit mehr als 30 Jahren suchen Wissenschaftler nach mineralischen Rohstoffen im Meer, in erster Linie nach Metallen. In dieser Zeit ist ein erhebliches Wissen zusammen gekommen: über die Vorkommen, geologische und ökologische Zusammenhänge und mögliche Fördertechniken. Die wirtschaftlich interessanten Lagerstätten von Massivsulfiden befinden sich in einer Tiefe unterhalb 1.500 Metern. Diese Lagerstätten mit enormer Erzkonzentration entstehen in wahrhaft titanischen geologischen Prozessen in Dehnungszonen der Erdkruste tief unter dem Meer. Manganknollen mit ebenfalls relativ hohen Metallgehalten lagern auf dem Meeresgrund in 4.000 bis 6.000 Metern Tiefe. In ewiger Dunkelheit, bei enormem Druck, in zwei Grad kaltem Wasser.

Ein Meeresbergbau existiert bis heute nicht, allenfalls eine Förderung von Sand und Kies in flachen Gewässern wie der Nordsee. Die Technik ist im Wesentlichen vorhanden, die politischen Rahmenbedingungen sind es auch. Ob und wann es zur Förderung kommt, liegt an der Wirtschaftlichkeit, also letztlich an den Weltmarktpreisen der Metalle. Sollten sie weiter anziehen und das Niveau der Hochpreisphase Ende 2007, Anfang 2008 erreichen, dann könnte dies den Beginn eines Meeresbergbaus markieren. Anders formuliert: Nach der Förderung an Land ist dies der nächste Schritt, in die Ozeane und die Tiefsee, wie es die Offshore-Förderung von Öl bereits seit Langem vormacht.

Die Einzelheiten finden Sie im Interview mit Carsten Rühlemann von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe.