faktor-x.info wird seit Dezember 2011 nicht mehr gepflegt und steht nur noch als Archiv im Internet.

Aktuelle Informationen finden Sie im Lexikon der Nachhaltigkeit - www.nachhaltigkeit.info

Druckansicht schliessen

Fragen und Antworten

Was ist FAKTOR X?

Ein Auto, das auf 100 Kilometer nicht mehr zehn sondern nur noch drei oder gar einen Liter Benzin braucht, spart Energie, aber auch Ressourcen – bei gleicher Mobilitäts-Leistung. Ähnliche Effekte erzielen moderne Technik und Organisation beim Wohnen, bei der Kleidung, ebenso auf dem Feld der Information und der Unterhaltung. Die zentrale Frage lautet: Wie viel Natur kostet die entsprechende Dienstleistung? Und zwar über die gesamte Entstehungskette eines Autos oder Hauses, einer Jacke oder Zeitung hinweg. Es geht darum, auf intelligente Art und Weise dieselbe Lebensqualität zu schaffen – bei deutlich weniger Ressourceninput und weniger Belastung des Systems Erde. Es geht um die Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz. Der universelle Ansatz der Dematerialisierung folgt einer einfachen Wahrheit: Wo vorne viel rein geht, kommt hinten viel raus. Deshalb: weniger Input!

Gehen uns die Rohstoffe aus?

In wenigen Jahren wird der Förderhöhepunkt von Erdöl überschritten sein. Der Ölhahn lässt sich dann nicht einfach weiter aufdrehen, im Gegenteil: Die Produktion geht langsam aber unaufhaltsam zurück. Die Märkte werden sehr empfindlich reagieren: Der Ölpreis schießt in die Höhe. Die Zeit der billigen Energie ist vorbei. Die Auswirkungen auf die globale Ökonomie werden erheblich sein. Bei Gas haben wir noch ein bis zwei Jahrzehnte länger Zeit, bis der Förderhöhepunkt erreicht ist. Gas ist noch für einige Jahrzehnte vorhanden. Und bei Kohle noch länger. Insgesamt wird das Zeitalter der fossilen Energiegewinnung in der Geschichte der Menschheit aber sehr kurz sein: nur etwa 300 Jahre. Die Grenze ist nicht der Boden, sondern der Himmel. Wir dürfen die letzte Tonne Öl, Gas oder Kohle gar nicht verheizen – weil sonst das Klima endgültig kippt. Ähnlich ist es mit Wäldern, Metallen oder Mineralien. Nicht die Erschöpfung einzelner Rohstoffe ist das zentrale Problem, sondern die Veränderung und letztlich die Zerstörung der Ökosphäre: durch exzessiven Ressourcenverbrauch. Was die Sonne und die Erde in Hunderten von Millionen Jahren geschaffen haben, darf nicht in einem gigantischen Feuerwerk in wenigen Jahrzehnten verpulvert werden. Das hält der Planet nicht aus.

Wie wirkt sich der Förderhöhepunkt bei Öl auf andere Ressourcen aus?

Zur Gewinnung aller Ressourcen wird Energie verbraucht. Raupen, Bagger, LKW, Aufbereitungsanlagen, Transport, Metallschmelzen. Überall im Herstellprozess von Materialien aller Art gibt es Maschinen, alle brauchen Energie. Und die wird deutlich teurer werden. Aber das ist nicht alles: All die Maschinen, Raupen, Bagger und LKW wurden in Zeiten billiger Energie hergestellt. Müssen sie ersetzt werden, schlägt auch hier der hohe Energiepreis durch, die Gewinnungskosten steigen abermals. Ein weiterer Grund für steigende Ressourcenpreise: Die leicht zu gewinnenden Rohstoffe in besonders ergiebigen Lagerstätten sind weitgehend ausgebeutet. Von den allermeisten mineralischen Rohstoffen gibt es zwar noch genug. Aber in den neu erschlossenen Lagerstätten findet man pro Tonne Gestein weniger von dem, was man sucht. Also müssen mehr Tonnen Gestein bewegt werden, und das kostet Energie, viel Energie.

Was genau an der schieren Masse und deren Bewegung ist das Problem?

Nicht jede Massenbewegung, nicht jeder Eingriff in die Natur ist problematisch. Aber in der Summe sind es zu viele. Der Bau der Cheopspyramide war ökologisch wahrscheinlich unbedenklich. Gelitten haben die Arbeiter. Dagegen war der Bau des Assuan-Staudamms für die Natur in Oberägypten verheerend: Im Sommer erreicht der Nil kaum noch das Mittelmeer. Ursache ist der hohe Bevölkerungsdruck. Auch das Klimaproblem ist im Kern ein Massenproblem. Seit der Industriellen Revolution hat der Mensch die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre um mehr als ein Drittel erhöht. Die evolutionäre Balance ist gekippt. Die Dematerialisierung folgt dem Vorsorgeprinzip: Weil wir nicht wissen und letztlich gar nicht wissen können, welche Auswirkungen unsere Eingriffe in das komplexe Gefüge der Natur haben, müssen wir behutsam sein. Und sie erhalten, damit wir weiter mit ihr leben können. Die Dematerialisierung ist eine Leitidee, eine Vision.

Ressourceneffizienz - warum?

Die Ressourcenfrage ist kein Schön-Wetter-Thema. Im 21. Jahrhundert stößt die Menschheit an ihre natürlichen Grenzen: bei CO2, bei Erdöl, bei Wasser und bei Lebensmitteln. Globale Verteilungskämpfe um die verbleibenden Ressourcen stehen ins Haus. Ein Europäer verbraucht etwa 75 Tonnen Natur pro Jahr, ein Vietnamese dagegen nur etwa 2 Tonnen. Die globale Mittelklasse – mit Auto, Computer und Handy – beläuft sich derzeit auf etwa 1,2 Milliarden. Hunderte Millionen Menschen in den Schwellen- und Entwicklungsländern wollen es uns gleich tun. Und es werden noch mehr werden, wenn aus den derzeit 6,5 Milliarden Menschen gegen Mitte des Jahrhunderts 8 oder 10 Milliarden geworden sind. Die steigenden Konsumerwartungen in den Schwellenländern wie China oder Indien – Autos für alle!? – verlangen eine massive Steigerung des Weltbruttosozialproduktes. Die Belastungsgrenze des natürlichen Trägersystems Erde ist aber bereits überschritten. Also muss die Natur intelligenter genutzt werden. Damit es mehr zu verteilen gibt.

Kann man nicht einfach auf regenerative Energien und Ressourcen ausweichen?

In weiten Teilen sollte man das tun! Strom, der aus der Sonne kommt – die Solarzelle macht es möglich. Aber auch die Produktion der Solarzelle frisst Energie und Material. Natürlich ist es sinnvoll, Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, statt aus Erdöl zu gewinnen. Aber der entsprechende Landbau darf nicht dazu beitragen, dass jährlich Millionen Tonnen Mutterboden verloren gehen. Zudem stellt sich perspektivisch die Frage: Kunststoff oder Nahrungsmittel – wofür sollen die Flächen genutzt werden? Der Mensch bewegt mittlerweile mehr Material auf diesem Planeten als die Natur selber. Wenn man sich allein die riesigen Transportsysteme anschaut – Autobahnen, Züge und Flughäfen – diese Massen von Stahl und Beton sind regenerativ nicht zu haben. FAKTOR X folgt dem Motto „Ressourcen intelligenter nutzen“: sowohl effizienter, also sparsamer, wie effektiver, d.h. in sinnvoller Art und Weise, möglicherweise regenerativ. Beides!

Ist FAKTOR X mit Verzicht verbunden?

Arbeit, Bildung, Vergnügen – vieles, was das Leben ausmacht, kann man mit deutlich weniger Material organisieren. Tendenzen sind bereits überall ablesbar. Handys werden immer kleiner, Waschmaschinen brauchen weniger Wasser, Autos weniger Benzin. Will man die globale Kultur aber in dem Maße dematerialisieren, dass sie überlebensfähig wird, muss es Einschnitte geben. Vor allem beim exzessiven Transport. Äpfel aus Neuseeland schmecken nicht besser als heimische Äpfel; sie zeugen allerdings von einem nicht besonders intelligenten Handelssystem. Das Ziel wäre, die Produktion von Gütern niedriger Wertschöpfung wieder in die Region zurück zu holen. Ein massiver Konsumverzicht in den entwickelten Ländern ist politisch gar nicht machbar. Die Dematerialisierung eröffnet einen entscheidenden Ausweg, im Kern enthält sie eine Win-Win-Lösung, ökonomisch und ökologisch, also eine politische Strategie, die dem Norden seinen Lebensstandard lässt und dem Süden gestattet, sich zu entwickeln.

Schafft FAKTOR X Arbeitsplätze?

Eine Steigerung der Energie- und Materialeffizienz in der deutschen Wirtschaft um 20 % bringt bis zu 1.000.000 Arbeitsplätze. Voraussetzung dafür wäre eine breite Implementierung von Effizienz-Know-How, insbesondere in kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Das käme einer allgemeinen Produktivitätssteigerung gleich: Die deutsche Wirtschaft würde an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen, das Wirtschaftswachstums weiter zulegen. Allerdings: Durch schnelleres Wachstum würden die Ressourceneinsparungen in absehbarer Zeit wieder aufgefressen. Also keine absolute Entkoppelung von Wachstum und Ressourcenverbrauch. Dennoch, diese Optimierung ist ein sinnvoller Einstieg. Weitere Schritte müssten folgen, z.B. radikale Systeminnovationen.

Brauchen wir Faktor 4, Faktor 10 oder mehr?

Faktor 3 oder Faktor 4 mit der gegebenen Technik ist bereits machbar: nur noch ein Drittel oder Viertel der Rohstoffe, um den gleichen Wohlstand zu erzeugen. Der Ressourcenverbrauch muss aber weltweit gesenkt werden und zwar beträchtlich. Dabei hat der Süden mit seiner Aufholjagd gerade erst begonnen. Die Dematerialisierung ist deshalb eine notwendige, freilich nicht hinreichende Bedingung einer friedlichen Entwicklung. Dabei ist sie gar keine neue Erfindung, sondern eine Begleiterscheinung des technisches Fortschritts seit je. Papier z.B. wird 2000 Jahre nach der Erfindung durch die Chinesen nur noch mit einem Hundertstel an Material und Energie hergestellt. Mittlerweile werden die unterschiedlichsten Konzepte der Dematerialisierung diskutiert. Faktor 10 ist eine sinnvolle Leitidee für das 21. Jahrhundert. Das ist die richtige Größenordnung.

Ist ein Faktor 10 überhaupt zu schaffen?

Ja, aber man muss es wollen. Die gleiche Wertschöpfung, nur mit einem Zehntel der Ressourcen und der Energie, mit anderen Worten; eine weltweite Dematerialisierung um den Faktor 10, etwa bis zur Mitte des Jahrhunderts  – das ist eine gewaltige Herausforderung. Aber es geht. Bei unserer heutigen Wirtschaftsweise erreichen mehr als 80 Prozent der genutzten Ressourcen erst gar nicht den Markt – sondern werden bereits vorher als Abfall, Abprodukt oder Emission ausgeschieden. Da ist also noch „viel Luft“. Technisch ist der Faktor 10 kein Problem. Die Schwierigkeiten liegen woanders: Ressourcen sind einfach zu billig. Arbeit ist entsprechend teuer. Eine ausreichende Dematerialisierung wird es erst geben, wenn sie sich für die Industrie, für mittlere und kleine Unternehmen, für jeden einzelnen Verbraucher lohnt. Wenn es gelingt, wirklich nachhaltige Produkte herzustellen: d.h. Rohstoffverbrauch und Abfall zu vermeiden, nach und nach Materialkreisläufe zu schließen, erneuerbare Energie und nachwachsende Rohstoffe zu verwenden und schließlich zu einer Service-orientierten Wirtschaft zu kommen.

Was ist der Bumerangeffekt?

Wir haben uns daran gewöhnt, dass ein Handy heute in die Hosentasche passt. Vor wenigen Jahren benötigte man dafür noch einen Koffer. Computer hießen Rechenmaschinen und füllten mehrere Etagen. Heute steckt die gleiche Leistung in jedem Laptop. Nur: Statt einiger hundert Großrechner gibt es mittlerweile Hunderte Millionen PC. Und noch viel mehr Handys. Die Materialersparnis durch Miniaturisierung wird durch die schiere Menge von Geräten wieder aufgefressen. Die Folge: höherer Verbrauch trotz Dematerialisierung. Das ist der Bumerangeffekt: Die Ersparnis im Einzelnen wird durch Wachstum des Gesamtsystems überkompensiert. So geht es bereits seit Jahrhunderten, überall dort, wo es technischen Fortschritt gibt. Wenn es nicht gelingt, diesen Mechanismus zu durchbrechen, hat ein Faktor 10 keine Chance. Mit Technik allein ist das nicht zu machen. Die Lösung zielt auch auf veränderte Rahmenbedingungen des (welt-)ökonomischen Systems.

Wer treibt den FAKTOR X voran?

Diejenigen, die verstanden haben, dass man komplexen Systemen nur systemisch begegnen kann. Das Denken, das die heutigen Probleme geschaffen hat, wird sie nicht lösen können. Es wird keine Demonstranten geben, die das Wort Dematerialisierung auf ihre Transparente schreiben. In der Politik geht es um andere Dinge: Gerechtigkeit, Chancengleichheit oder eine lebenswerte Umwelt. All dies ist ohne Dematerialisierung aber nicht zu machen. Deshalb werden politische Kräfte – vielleicht ein Dreigespann aus Regierungen, Wirtschaft und NGOs – für entsprechende ökonomische Rahmenbedingungen sorgen müssen. Damit die Marktsignale endlich in die richtige Richtung zeigen und Ingenieure, Naturwissenschaftler, Unternehmer und Politiker sich daran machen, Fässer Öl statt Menschen arbeitslos zu machen.

Was haben FAKTOR X und Kultur miteinander zu tun?

Wohlstand ist „Haben“. Seit mindestens 2000 Jahren definiert sich Erfolg durch den individuellen Besitz. Mein Haus, mein Auto, mein Boot. Spielen im Tierreich ein starker Körper, ein schöner Gesang oder ein vollendetes Federkleid eine entscheidende Rolle bei der Partnerwahl, so haben 2000 Jahre Materialismus Wirkung gezeigt: Den gesunden Körper ersetzt das pralle Konto, den schönen Gesang die Dolby-Surround-Soundanlage, und das Federkleid ist dem rollenden Blechkleid gewichen. Tier wie Mensch zeigen, was man hat. FAKTOR X braucht nicht nur Technik. Vielleicht das größte Hinderniss: Der Mensch selbst.

Kann man mit dem FAKTOR X Geld verdienen?

Für Unternehmen ist eine Reduzierung der Materialdurchsatzkosten um 20 % durchaus möglich, das zeigen empirische Untersuchungen. Mit anderen Worten: Die Produktivität des Unternehmens steigt. Und damit seine Wettbewerbsfähigkeit. Voraussetzungen für die Optimierung sind: entsprechendes Bewusstsein und Know-how im Unternehmen; entscheidend ist das entsprechende Wissen über die bestehenden Material- und Energieströme. In vielen Unternehmen, insbesondere den großen, ist das bereits Standard. Proaktive Unternehmen haben darüber hinaus ganz neue Produktionsverfahren und Businessmodelle entwickelt. Weil sie davon überzeugt sind, auf diese Art und Weise einen entscheidenden Vorteil zu erringen.

FAKTOR X und Energie

Eine dematerialisierte Lebens- und Wirtschaftsweise – sprich: effektivere Autos und richtig gedämmte Häuser – verlangt nur noch ein Bruchteil der Energie. Erst eine dematerialisierte Gesellschaft schafft die Voraussetzung für regenerative Energien.
Eine entgegengesetzte Position heißt: Lasst uns nicht mit der ganzen Breite der Energie- und Rohstoffquellen beginnen, sondern gezielt dort ansetzen, wo es "brennt": z.B. die endlichen, fossilen Quellen ersetzen durch regenerative. Theoretisch eine interessante Diskussion - praktisch besteht kein Widerspruch: zwei unterschiedliche Strategien.

FAKTOR X und globale Gleichheit

Der heutige Lebensstandard und Ressourcenverbrauch des Nordens für 10 Milliarden Menschen? Unmöglich! Theoretisch ergeben sich daraus zwei Szenarien: Der Norden mauert sich ein und sichert seine Ressourcen-Ansprüche durch eine Ökodiktatur, letztlich mit militärischen Mitteln. Oder: Er anerkennt die Ressourcen- und Verschmutzungsansprüche letztlich aller Menschen. – Gerade die Deutschen haben erfahren, dass Mauern nur eine begrenzte politische Lebensdauer haben. - Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Fragen spielen hinein. Die Dematerialisierung ist keine Lösung für alles und jeden. Aber sie gehört zum Kernbestand einer jeden Nachhaltigkeits-Strategie

Methoden der Dematerialisierung

Eine Rolle bei der Dematerialisierung spielt der Begriffökologischer Rucksack. Dazu zählen Aushub, Vorprodukte und Transportenergie, die lange anfallen, bevor die Dinge auf dem Markt erscheinen; mit anderen Worten: der Materialinput für eine Dienstleistung oder ein Produkt, vermindert um das Eigengewicht. Dabei kommen überraschende Zahlen heraus: Der Rucksack eines Kilos Kupfer beläuft sich z.B. auf 500 Kilogramm Natur. Beim Aluminium sind es „nur“ 85 Kilogramm, beim Eisen noch 7. Beim Der ökologische Rucksack von Papier ist relativ hoch, nämlich 15 Kilogramm pro Kilogramm Papier, für Kunststoffe beträgt er nur 4 oder 5 Kilogramm. Aus ökologischen Gründen wäre es z.B. sinnvoll, die Zeitung auf – abwaschbare – Plastikfolie zu drucken. Also den Naturverbrauch zu senken, in dem man das Material mit dem leichteren ökologischen Rucksack zum Einsatz bringt. Andere Methoden der Dematerialisierung: die Dinge einfach dauerhafter gestalten und länger nutzen. Oder wiederverwenden. In Japan leben heute bereits ganze Industriezweige von "Re-Produktion". Oder miniaturisieren. Die Methoden der Dematerialisierung sind vielfältig. Eine Vision: In Zukunft verhilft vielleicht die Nanotechnologie zu einer abfalllosen Produktion, weil sie wie die Natur selber produziert: Atom auf Atom setzt, ganz behutsam, ohne Abraum, ohne Qualm und Späne.

Die Zukunft der Dematerialisierung

Wir kennen die Zukunft nicht, aber wir müssen sie gestalten. So viel ist klar: Es wird kein Business as usual geben. Ein Weiter-So führt in die Sackgasse. Wir stehen vor großen Herausforderungen. Dabei geht es nicht um Legislaturperioden, sondern um Jahrzehnte. Die Dematerialisierung wird eine zentrale Rolle spielen. Dematerialisierung ist die Folge von technischem und organisatorischem Fortschritt. Aber ohne eine globale Wirtschaftsordnung, die die Grenzen des Wachstums akzeptiert, und die ein Mindestmaß an Gleichheit zwischen Nord und Süd garantiert, wird die Dematerialisierung nicht zum Erfolg führen. Letztlich geht es um die zentralen Fragen der Ethik: Gleichheit, Gerechtigkeit und Frieden, auch mit der Natur.